Befindlichkeit

Ich brauhe mal wieder ein Ventil. Die Verhältnisse unter Corona-Schutzmaßnahmen sind kaum auszuhalten, und wenn sie dann auch noch widersinnig und ideologisch motiviert sind, dann kommt mir die Galle hoch.

Ich wollte in eine Bibliothek. Auf der Webseite steht 3G+. Ich dachte, das durch das „Plus“ die Infektionsgefahr wirksam gemindert werden sollte, aber weit gefehlt. Da jeder dritte bis achte Infektionsträger geimpft ist, dachte ich, das Plus bedeute, das sich alle Testen müssen. Aber nein, es bedeutet nur das die Ungeimpften einen teuren PCR-Test machen müssen, der dann 48h lang gilt, somit also genauso ungenau ist, wie ein tagesaktueller Antigentest*. Es ist eine ideologisch motivierte Schikane. Weil Politiker den Geimpften versprochen haben, das sie Freiheiten zurück bekommen, dürfen diese trotz Infektionsgefahren durchgehend ungetestet alles machen. Um von diesem Schwachsinn abzulenken, wird um so härter auf die Ungeimpften eingedroschen. Diese als „Sündenböcke“ vom öffentlichen Leben auszuschließen, löst aber nicht das Problem grassierender Infektionen.

Ein wichter Teil des Problems ist die Tatsache, das die Impfstoffe nicht das halten, was von ihnen erhofft wurde. Alles deutet darauf hin, das die große Mehrheit diese Krankheit durchmachen muss, und „wir“ die Krankheitswellen nur mehr oder minder kontrolliert durchrauschen lassen können! Grandioses Versagen der Politik liegt darin, das in Deutschland Versorgungskapazitäten in der Pandemie abgebaut wurden, wärend in China wurden neue Krankenhäuser aufgebaut wurden.

Wir müssen uns mit dem Tod beschäftigen. Das Tabu weiter zu verdrängen hilft nicht weiter. Menschen sterben ab und zu an Infektionskranhkeiten! Das können wir nicht generell verhindern. Manche Impfungen sind hoch wirksam und halten Lebenslang. Damit lassen sich manche Infektionskrankheiten ausrotten. Aber bei Covid ist es nicht so. Die aktuell verfügbaren „Impfstoffe“ wirken nur ein paar Monate mit mäßigem Wirksungsgrad. Da hilf auch keine Zwangsimpfung weiter. Die Krankheit ist zu harmlos und zu weit verbreitet. Es ist menschlich, für den Tod „Sündenböcke“ zu suchen. Aber ich finde es unmenschlich, wenn gebildete Politiker aus Gründen des Machtkalkühls ungeimpfte vom gesellschaftlichen Leben ausschließen, wärend die „braven“ Geimpften die Krankheit ungeschützt weiter verbreiten können.

Ich verstehe, wenn ein Wirt eine Tanzveranstaltung aus praktischen Gründen der erlaubten Belegungsdichte als 2G anbietet. Aber wenn ich als gesunder Mensch und zusätzlich täglich frisch gestestet, nicht in die öffentliche Bibliothek darf, dann ist das eine Erfahrung der Ausgrenzung. Diese Erfahrung wirkt tief. Es mag sein, das die Mehrheit der Bürger  bei solchen Erfahrungen „einknickt“ und den Mutverliert oder sich dem Druck anpasst. Aber die Politik produziert mit solchen (nicht evidenzbasierten) Entscheidungen auch einen erheblichen Satz von Bürgern bei denen sich zunehmende Wut anstaut und die sich von einem angeblich „demokratischen miteinander“ entfremden.

*) Der PCR-Test schlägt früher an, d.h. bei einer niedrigeren Virenlast, als ein Antigentest. Aber bei Infizierten entwickelt sich die Virenlast ja dynamisch. Wenn beispielsweise jemand am Donnerstag symptomatisch krank wird und Mittwoch früh in die Bibliothek will/wollte, dann ist der PCR-Test vom Montag Nachmittag vermutlich noch negativ und der Antigentest/Selbsttest am Mittwoch früh möglicher weise schon positiv. Wir müssen lernen mit unschärfen umzugehen. Bei Corona ist fast nichts ganz „klar“ und vieles hilf „ein bisschen“.

Corona-Impf-Wette

Ich habe gegenüber einer Bekannten eine Corona-Impf-Wette am laufen. Sie behauptete, das statistisch das Impfrisiko 900 mal größer ist als die Krankheit. Wenn ich ihr diese Aussage widerlegen kann, will sie von dem Gedanken abstand nehmen,  dass „die“ mit der Impfung ein „Bevölkerungsreduktionsprogramm“ durchführen wollen (eine klassisch rechte These).

Der erste Teil war einfach. Sie hatte 900% mit 900-fach verwechselt. Schon gewonnen? Unbefriedigend. Dann habe ich ihre Quelle im Detail auseinander genommen. Der Autor David Avocado Wolfe hat auf Telegram ein englisches Video gepostet und darin verschiedene Behauptungen und Zahlen genannt. Eine reißerische Aufmachung und manipulatives Runden zu seinen Gunsten disqualifizieren den Autor als  höchst unseriös. Allein mit seinen Zahlen richtig gerechnet sind es nur noch 646%. Also echtes geschwurbel.

Aber, um die staatlichen Zwangsmaßnahmen, öffentliche Angstmache, Ausgrenzung von Ungeimpften  usw. zu rechtfertigen, sollte das Impfrisiko deutlich geringer sein, als die Krankheitsrisiken. Der Beweis fällt für jüngere Altersgruppen aber schwer.

Wie wirksam ist die Impfung?

Herr Wolfe weist richtiger Weise darauf hin, statt der relativen Wirksamkeit der Impfungen die Absolute Gefahrenredution zur Beurteilung heran zu ziehen. Das ist sinnvoll. Gut erklärt in https://www.heise.de/tp/features/Wie-wirksam-sind-die-Covid-19-Impfstoffe-6055635.html

Aus der ARR (absolut risico reduction) ergibt sich die NNT (number
neadet to treat, bzw. NNV number neadet to vaccine, also die Anzahl der
Impfungen, um eine Corona-Infektion zu vermeiden). Wolfe gibt diese mit 117
an. Das gilt für den Impfstoff Biontech-Pfizer, aber für Moderna gilt
76. (siehe Heise-Artikel). In Deutschland wird mit beiden Mitteln geimpft. Ich würde für die folgende Berechnung einen Durchschnittswert von NNV ~ 100 nehmen. (Ich bin mir nicht sicher, ob damit vollständige Impfungen, oder Impfdosen gemeint sind. Ich gehe von vollständigen Impfungen aus)

Wolfe behauptet, die Letalität von Covid ist 0,14. Diese Zahl kann für die amerikanische Statistik und deren Gesundheitssystem stimmen, liegt aber am unteren Rand der Zahlen. Die Zahlen schwanken zwischen 0,05% (für Menschen unter 70 Jahren), 0,4% allgemein Deutschland (Ärzteblatt) und höheren Werten.

Statistisch müssten bei einer Infektionssterblichkeit von 0,4 (Deutschland allgemein) also 250 Infektionen verhindert werden, um 1 Toten zu vermeiden.

Um 250 Infektionen zu vermeiden müssten also 25.000 vollständige
Impfungen verabreicht werden. In der aktuellen Diskussion über die „Booster-Impfungen“ sollten wir von 3 Impf-Dosen ausgehen, also müssen also 75.000 Impfdosen gesprizt werden.

Wie gefährlich ist die Impfung?

Wolfe behauptet, dass 10.355 Todesfälle in den ersten 6 Monaten nach der Impfung (im Zusammenhang mit der Impfung) registriert wurden und schlussfolgert daraus, dass 1 von 13.000 Impf-Dosen tötliche Impfkomplikationen nach sich zieht. Diese Zahl ist vermutlich drastisch übertrieben, da bei den Todesfällen in den ersten 6 Monaten nach der Impfung sicher viele alte Leute auch so gestorben wären.

Auf die deutschen Verhältnisse bezogen wurden nach 92 Mio. Impfdosen 1254 Verdachtsfälle mit tötlichem Ausgang an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet. Davon wurden 48 Tote im direkten Zusammenhang mit der Impfung vom PEI vermutet. Vermutlich wurden viele nach der Impfung verstorbene nicht als Verdachtsfälle an das PEI gemeldet. Da das PEI die Impfrisiken verharmlosen möchte, würde ich mal einen „Fehler-Faktor“ von 5 annehmen, also 240 Impftote, oder 1 von 380.000 Impfdosen. Diese Abschätzung ist kritisch.

Wie gefährlich ist die Corona-Krankheit?

Die RKI-Statistik schreibt auf ihrer Webseite immer noch, das über 3% der infizierten gestorben seien. Solche Zahlen des RKI sind manipulativ, da sie die Corona-Risiken übertreiben. Man muss die Comorbidität raus rechnen. Die Infektionssterblichkeit für Corona in Deutschland wird laut Ärzteblatt mit 0,4% angegeben. Die Infektionssterblichkeit für unter
70-Jährige wird bei n-tv mit 0,05 % angegeben. Andere Zahlen für junge Leute habe ich nicht gefunden.

Mit diesen allgemeinen Zahlen (NNV ~100, Infektionssterblichkeit , tötliche Impfkomplikationen) kann in folgender Tabelle das Verhältnis von Impf-Toten zu Corona-Toten statistisch zusammen gefasst werden:

Bemerkung Infektions-sterblichkeit
(Letalität)
tötliche Impfkomplikationen  1 : zu Impf-Dosen Verhältnis Impftote : Corona-Toten
Impfgegner 0,4 % 13.000 2 : 1
RKI / PEI 3% 1,9 Mio 1: 285
D – Realistisch 0,4 % 380.000 1 : 7
D – Junge Leute 0,05 % 380.000 1 : 1

Für junge Leute sind die Krankheitsrisiken vergleichbar mit den Impfrisiken, so dass sich staatliche Zwangsmaßnamen kaum rechtfertigen lassen. Für junge Leute ist sicher auch das Impfrisiko geringer als für ältere (dazu habe ich aber keine Zahlen gefunden), aber mit jeder weiteren Impfdosis steigen die Impfrisiken. Mit jeder weiteren Zwangsmaßnahme und „sozial distancing“ steigen die Lebens-Risiken für junge Leute. Schluss mit staatlicher Angstmache, Zwang und Gewalt.

Die Wette habe ich zwar gewonnen. Allerdings knapper, als
zunächst gedacht. Die Beschäftigung mit der NNT/NNV ist ein wichtiger Ansatz für die Diskussion.

Schluss mit allen Corona-Zwangsmaßnahmen!

Ich höre, dass Kinder wegen „Schnupfen“ auf der Intensivstation liegen. Nach Eineinhalb Jahren „Pandemibekämpfung“ ist unser Immunsystem gänzlich aus der Übung. Seit die Covid-Erkrankung auf die Gefährlichkeit einer Grippe geschrumpft ist, nachdem die Risikogruppen durchgeimpft sind, geht die politische Entwicklung in eine gänzlich falsche Richtung weiter. „Normales“ Yoga, in einer normalen Belegungsdichte unter der Annahme normal gesunder Menschen wäre nach wie vor verboten, von einer Regierung, die Waffenexporte für den Syrienkrieg erlaubt, also sich ihrer Legitimität selbst beraubt.
Schluss mit allen Corona-Zwangsmaßnahmen! Die Pandemi-Angstmache muss beendet werden!

bad news – schlechte Nachrichten

Früher hieß es, daß bei Hofe die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft werden. Fakt ist: jede Tonne CO2 die wir heute Verbrauchen, wird zukünftige Generationen viel Geld und Lebensqualität kosten. Wir müssen uns fragen, ob wir jetzt handeln oder den Kredit bei unseren Kindern aufnehmen wollen.  Wenn die CDU-SPD-FDP-Politiker sagen: „Es ist kein Problem, diesen Kredit bei unseren Kindern aufzunehmen“, sind sie dann glaubwürdig?
„bad news“ sind für die Presse guter Umsatz. Das gilt nicht für Politiker. Die großen Parteien überbieten sich in Zuversicht. Sie würden mit ihrer Klima- und der Umweltpolitik ein positives Ziel verfolgen. So als würden die „Klimaziele“ dafür stehen, 1,5° besseres Wetter zu machen. Sie müssen das scheinbar so verkaufen. Das liegt in der Struktur, wo Parteien gewählt werden möchten. Wenn sie bei Tatsachen bleiben, würden sie nicht gewählt. Auch früher waren es eher die „schlechten“ Könige, die die Nachricht nicht von ihrem Überbringer unterscheiden konnten. 1,5° ist kein Ziel, sondern ein Armutszeugnis.
Wer soll den Job machen, die objektiven Tatsachen bekannt zu geben? Da ich keine persönlichen Interessen verfolge und nicht gewählt werde, kann ich es noch mal sagen. Umweltverbrauch wird nicht in Zukunft teurer werden, sondern ist es jetzt schon! Jede Tonne C02, die wir verbrauchen kostet jetzt schon 250€, auf Pump. Jede KWh Atomstrom kostet 1€ an zukünftigen Entsorgungskosten und ist damit teurer als Ökostrom mit herkömmlichem Batteriepuffer. Mir persönlich ist wichtig, das meine Kinder und Enkel nicht unter meiner Verschuldung zu leiden haben.
Zukünftige Generationen werden imense Kosten für unseren Umweltverbrauch aufbringen müssen, zusätzlich zum Verlust an Lebensqualität. Derweil versprechen CDU-SPD-FDP-Grüne den Konzernen Entschädigungen für entgangene Gewinne. Geht’s noch?
Die Einschätzung von Klimafolgekosten ist zugegeben schwierig. Was kostet es, eine Küstenstadt wie Amsterdam zu räumen oder einen großen Teil unserer landwirtschaftlichen Nutzflächen an den Küsten der Welt? Wie viel kostet ein ertrunkenes Kind wegen Starkwetterereignissen? Wie viel kostet 10.000 Jahre Atommüll? Wenn ich hier die Zahl von 250 €/t CO2 aufrufe lässt sie sich gut begründen und kritisieren.
Natürlich besteht die Gefahr, das Politiker heute CO2-Umlagen dazu nutzen können, umweltschädlichen Konzernen ihren „entgangenen Gewinn“ in den Hintern zu schieben. Da kommen Wahlentscheidungen ins Spiel. Eine vernünftige Politik würde in Umweltschutz investieren und soziale Härtefälle abfedern. Viele Lösungen sind bekannt und Machtverhältnisse können durch Wahlen ein wenig beeinflusst werden.
So weit erst mal. Wenn die Tatsachen anerkannt sind, fallen Entscheidungen leichter, z.B. bei der Bundestagswahl morgen.

 

Marktwirtschaft vom Kapitalismus befreien

Ich finde Marktwirtschaft natürlich. Menschen handeln und machen Unternehmungen. Damit befriedigen wir unsere Bedürfnisse. Zu Zeiten von Karl Marx waren Unternehmer und Kapitalisten weitgehend identisch, aber heute werden die meißten UnternehmerInnen und Unternehmen von Kapitalinteressen geleitet. Die Kapitalinteressen orientieren sich nicht an Menschen und Bedürfnissen, sondern am Profit. Dabei werden Natur, gute Ideen und tüchtige Menschen missbraucht.

Marktwirtschaft kann natürlich nur die Lebensbereiche betreffen, in denen Angebot und Nachfrage variabel sind. Das gilt u.a. nicht für Gesundheit, Geld und Boden. Wo der Markt nicht funktioniert, kann und muss eine Gesellschaft regulieren.

Der Finanzkapitalismus, breitet sich seit Jahrzehnten immer weiter aus. Man kann auch von einer Re-Feudalisierung sprechen. Die Finanzmärkte bringen die ehemals freien Unternehmen immer mehr in ihre Abhängigkeit. Demokratische Kräfte müssen gegen steuern. Die Vermögensscheere geht immer weiter auf. Die großen Vermögen sind immer weniger menschlich gesteuert, also immer unmenschlicher. Ein Beispiel sind die algorithmengesteuerten Finanzkonzerne.

Notwendige und mögliche Schritte einer demokratischen Gesellschaft, um dagegen zu Steuern  sind z.B. Vermögenssteuer und Finanztransaktionssteuer. Aber auch eine Kultur, die menschliche Werte mehr in den Fordergrund stellt, als Profit und Wachstum.

Bundestagswahl 2021 – Strategisch oder ehrlich?

Mich bewegen Gedanken, strategisch zu wählen, oder ehrlich. Was ist wichtiger, mein persönliches „recht haben“, oder meinen (minimalen) Einfluss in der Gesellschaft mit einzubringen?

Die CDU ist nach vielen Jahren Regierungszeit so verfilzt, das sie schon aus Gründen der psychohygiene einer Demokratie in die Opposition gehört. Aber was dann kommt ist nicht unbedingt besser. Eine Kanzlerin ist tendenziell besser als ein Mann. Die Linken vertreten bezüglich Klimawandel und sozialer Gerechtigkeit am ehesten rational nachvollziehbare Positionen. Die SPD will nicht mit den Linken. Die Grünen distanzieren sich nicht ausreichend von der FDP. Die Linken machen mindestens gute Oppositionsarbeit, aber eine Stimme für die Linken würde nicht unbedingt zu einem Regierungswechsel führen. Eine Stimme für die Grünen würde man aber vermutlich bereuen, wenn der nächste Kriegseinsatz beschlossen wird, oder sich Annalena Baerbock nicht von ihren neoliberalen Freunden aus dem Weltwirtschaftsforum distanzieren kann.

Ich kann mich noch nicht entscheiden.

In meinem Wertesystem gehen aktuell die größten Gefahren für Umwelt und Demokratie von Vertretern neoliberaler Ideologie aus, die praktisch eine Herrschaft des Kapitals über alles andere stellt. Lass uns die Marktwirtschaft vom Kapitalismus befreien und unsere Umwelt schützen! Menschlichkeit und Lebensfreude sollten unser tun leiten. Dafür braucht es mehr Demokratie.

Ehrlicher weise könnte ich nur eine der kleinen Parteien wählen, die durch die 5%-Hürde von der demokratischen Willensbildung ausgeschlossen werden. Meiner Meinung nach sollten die Parlamentssitze der Stimmen, die eigentlich auf die „kleinen“ Parteien entfallen, leer bleiben. Das spart Kosten und mahnt die „Großen“ vielleicht auch zu Demut.

Aber um „Demut“ und Anständigkeit geht es im Getöse der großen Politik nicht. Wenn wir das ganze als Spiel sehen, dann geht es nur um Schachzüge. Als mitfühlender Mensch, sollte ich meine Rollenerwartungen erfüllen und die herrschenden Machtverhältnisse anerkennen. Dann bleibt nur noch die Frage, ob ich etwas grün in der Regierung oder eine gute Oppositionsarbeit wichtiger finde.

Wahlen sind nur ein Teil. Unsere Verfassung sagt in Art 20 (2) „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird … in Wahlen und Abstimmungn … ausgeübt.“   Diese demokratische Mitbestimmung wird uns vom Parlamentarismus verweigert.

Und wirkliche Demokratie (also mehr als Lobbyisten und Parlament) braucht Dialog auf Augenhöhe. Im aktuellen Wahlkampf findet man fast keine Politiker auf der Straße. Sie mauern. Dann müssen wir eben die Parteibüros und Machtzentren besuchen.

Wer schützt uns vor den Finanzkonzernen

Buchtip:  “Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen” von Jens Berger (2018), beschreibt detailliert und gut recherchiert die Machtfülle der Finanzelite und wie ihre gut geschmierten Netzwerke es geschafft haben, die Finanzwirtschaft der demokratischen Kontrolle weitgehend zu entziehen. Und das, obwohl dieser Wirtschaftsbereich die Welt schon mehrfach nahe an den Abgrund geführt hat. Hier gibt es keine Verschwörungsmythen, sondern reale Geschichte.
Dieses Buch ist schwierig für mich, da es meine Ohnmacht gegenüber den großen Ungerechtigkeiten vor Augen führt, und ich andererseits die Augen auch nicht vor der Realität verschließen mag. In meinem Umfeld habe ich viel mit ganz lieben Menschen zu tun. Gleichzeitig fühle ich in mir aber auch den Anteil eines friedlichen Kriegers, der angesichts gefährlicher gesellschaftlicher Entwicklungen wach gerufen wird, und die inneren Konflikte wie Arjuna (siehe oben) lösen muss.

Bundestagswahl 2021

Am Sonntag, 26.9. wird der Bundestag neu gewählt. Große Herausforderungen der neuen Regierung dürften u.a. Klimawandel und Re-Integration nach der gesellchaftlichen Polarisierung durch die Corona-Krise sein.

CDU und FDP haben seit 50 Jahren die meisten Umweltschutz-Entwicklungen torpediert oder verschlafen und dürften kaum Kompetenz für anstehende Klimawandel-Fragen haben. Die AfD leugnet im wesentlichen die Klimaprobleme. Die SPD hatte in der Rot-Grünen Koalition unter Schröder bis 2005 einigen Umweltschutz auf den Weg gebracht, aber in der großen Koalition nichts weiteres. Bei den vieren ist also bezüglich Umweltpolitik wenig zu hoffen. Bezüglich Corona-Restriktionen punktet die FDP mal, aber das gleich ihre umweltschädlich neoliberale Ausrichtung nicht aus.

Die Grünen haben sich seit ihrer Gründung von basisdemokratischen Ursprüngen weit entfernt und bringen jetzt mit Annalena Baerbock eine Kanzlerkandidatin ins Rennen, die bei der neoliberalen Kaderschmiede des Weltwirtschaftforum, den „Young Global Leaders“ beteiligt ist. Ich habe dem Grünen Kreisverand im April einen Brief geschrieben und gefragt, wie die Grünen zu dieser Verbindung stehen? Baerbock wird sich nur schlecht von den neoliberalen Positionen des Weltwirtschaftsforum abgrenzen können. Der Brief wurde leider nicht beantwortet.

Die Linken sind die einzige Partei (mit Chance über der 5% Hürde), die rational nachvollziehbare Lösungsvorschläge gegen Klimawandel und für soziale Gerechtigkeit vorlegen. Die Linken (und die CSU) sind auch die einzigen, die für  Mehr-Demokratie (Volksabstimmungen auf Bundesebene) sind. Leider ist eine Rot-Rot-Grüne Koalition unwahrscheinlich.

Die vielen kleineren weiteren Parteien haben diskussionswürdige Lösungsansätze. Aber unser Wahlsystem schließt mit der 5% Hürde nicht nur viele Wähler von der parlamentarischen Willensbildung aus, sondern erdreistet sich auch noch, die Parlamentsitze, die eigentlich den Wählern kleiner Parteien oder Nicht-Wählern zuzordnen währen, entsprechend dem Mehrheitsproporz der Gewinner-Parteien zu besetzen. Etwas mehr Demokratie wäre wünschenswert.

Das Dilemma dieser Wahl, entweder eine Grüne Bundeskanzlerin mit neoliberalen Wirtschafts-Kontakten zu bekommen, oder eine weitere Runde Stillstand einer großen Koalition, sollte nicht vom Wählen abhalten.

Wahlboykott ist gut begründbar, sollte sich aber unterscheiden von denjenigen, die aus Faulheit zu hause bleiben. Ich habe bei einer letzten Wahl einen vorbereiteten Brief in den Wahlumschlag gelegt. „Als Nicht- Wähler spreche ich der Bundesregierung das Recht ab, in meinem Namen zu sprechen.“ Das wirkt natürlich nur symbolisch, aber das gilt für große Teile des Parlaments angesichts der wachsenden Macht der internationalen Finanzkonzerne.

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der Wille zur Macht

Eine Gesellschaftsordnung, die über einige hundert Menschen hinaus geht, erfordert Machtstrukturen, die jenseits von persönlichen Beziehungen und Mitgefühl funktionieren. In modernen Gesellschaften gibt es verschiedene Machtzentren, die im Idealfall ein ausgewogenes Netz bilden und dem Allgmeinwohl dienen sollen. Leider gibt es aber real viel Machtmißbrauch, Leid, und Ausbeutung von Mensch und Natur.

Um daran etwas zu ändern, braucht es den Willen zur Macht. Macht korrumpiert aber. Dieses Dilemma ist nicht leicht aufzulösen. Noch dazu begen sich diejenigen, welche den Willen zur Macht entwickeln, z.B. um die Natur- und Umwelt zu schützen, in einen Raubtierkäfig. Dort sind Verhaltensweisen notwendig, die im normalen sozialen Alltag kontrainidziert sind.

Lösungen des genannten Dilemma sind z.B. rotierende Führungsrollen, aber primär denke ich, das eine Trennung von ethischer Definitionshoheit und exekutiver Macht, das wichtigste Mittel sind.

 

Raubtierkäfig

Die meisten Menschen sind gutartig. Liebe, Rücksichtnahme und Hilfbereitschaft sind in der menschlichen Natur angelegt. Menschen sind soziale Wesen. Leider beziehen sich oben genannte Eingenschaften primär auf die „eigene Gruppe“.

Je weiter wir in der Macht-Hierarchie nach oben kommen, desto mehr gleich das Sozialverhalten dem eines Raubtierkäfig. Solange alle satt sind, tut kein Raubtier dem anderen etwas, aber grundlegend reproduzieren die Mächtigen ein Glausbenssystem des fressen und gefressen werden.

Vertreter großer Kapitalgesellschaften glauben daran und deshalb nutzen sie jede Chance. Ein einzelner Mensch kann zwar aussteigen und seine Anteile verkaufen, aber damit ändert sich nichts am System. Sein „Ego“ (seine Firma) wird von anderen „Egos“ gefressen und verdaut. Ich denke, das dieser ökonomische Kanibalismus kulturell befriedet werden kann. Eine Bedürfniss-Orientierte Wirtschaft halte ich für möglich, aber den Weg dahin setzt tiefgreifende kulturelle Entwicklungen voraus. Eine demokratische Gesellschaft kann aber die kanibalistischen Kapitalinteressen bändigen. Lass uns die Martwirtschaft vom Kapitalismus befreien. Marktwirtschaft ist menschlich. Kapitalismus ist die Herrschaft des Kapitals über die Menschen.