Wer schützt uns vor den Finanzkonzernen

Buchtip:  “Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen” von Jens Berger (2018), beschreibt detailliert und gut recherchiert die Machtfülle der Finanzelite und wie ihre gut geschmierten Netzwerke es geschafft haben, die Finanzwirtschaft der demokratischen Kontrolle weitgehend zu entziehen. Und das, obwohl dieser Wirtschaftsbereich die Welt schon mehrfach nahe an den Abgrund geführt hat. Hier gibt es keine Verschwörungsmythen, sondern reale Geschichte.
Dieses Buch ist schwierig für mich, da es meine Ohnmacht gegenüber den großen Ungerechtigkeiten vor Augen führt, und ich andererseits die Augen auch nicht vor der Realität verschließen mag. In meinem Umfeld habe ich viel mit ganz lieben Menschen zu tun. Gleichzeitig fühle ich in mir aber auch den Anteil eines friedlichen Kriegers, der angesichts gefährlicher gesellschaftlicher Entwicklungen wach gerufen wird, und die inneren Konflikte wie Arjuna (siehe oben) lösen muss.

Bundestagswahl 2021

Am Sonntag, 26.9. wird der Bundestag neu gewählt. Große Herausforderungen der neuen Regierung dürften u.a. Klimawandel und Re-Integration nach der gesellchaftlichen Polarisierung durch die Corona-Krise sein.

CDU und FDP haben seit 50 Jahren die meisten Umweltschutz-Entwicklungen torpediert oder verschlafen und dürften kaum Kompetenz für anstehende Klimawandel-Fragen haben. Die AfD leugnet im wesentlichen die Klimaprobleme. Die SPD hatte in der Rot-Grünen Koalition unter Schröder bis 2005 einigen Umweltschutz auf den Weg gebracht, aber in der großen Koalition nichts weiteres. Bei den vieren ist also bezüglich Umweltpolitik wenig zu hoffen. Bezüglich Corona-Restriktionen punktet die FDP mal, aber das gleich ihre umweltschädlich neoliberale Ausrichtung nicht aus.

Die Grünen haben sich seit ihrer Gründung von basisdemokratischen Ursprüngen weit entfernt und bringen jetzt mit Annalena Baerbock eine Kanzlerkandidatin ins Rennen, die bei der neoliberalen Kaderschmiede des Weltwirtschaftforum, den „Young Global Leaders“ beteiligt ist. Ich habe dem Grünen Kreisverand im April einen Brief geschrieben und gefragt, wie die Grünen zu dieser Verbindung stehen? Baerbock wird sich nur schlecht von den neoliberalen Positionen des Weltwirtschaftsforum abgrenzen können. Der Brief wurde leider nicht beantwortet.

Die Linken sind die einzige Partei (mit Chance über der 5% Hürde), die rational nachvollziehbare Lösungsvorschläge gegen Klimawandel und für soziale Gerechtigkeit vorlegen. Die Linken (und die CSU) sind auch die einzigen, die für  Mehr-Demokratie (Volksabstimmungen auf Bundesebene) sind. Leider ist eine Rot-Rot-Grüne Koalition unwahrscheinlich.

Die vielen kleineren weiteren Parteien haben diskussionswürdige Lösungsansätze. Aber unser Wahlsystem schließt mit der 5% Hürde nicht nur viele Wähler von der parlamentarischen Willensbildung aus, sondern erdreistet sich auch noch, die Parlamentsitze, die eigentlich den Wählern kleiner Parteien oder Nicht-Wählern zuzordnen währen, entsprechend dem Mehrheitsproporz der Gewinner-Parteien zu besetzen. Etwas mehr Demokratie wäre wünschenswert.

Das Dilemma dieser Wahl, entweder eine Grüne Bundeskanzlerin mit neoliberalen Wirtschafts-Kontakten zu bekommen, oder eine weitere Runde Stillstand einer großen Koalition, sollte nicht vom Wählen abhalten.

Wahlboykott ist gut begründbar, sollte sich aber unterscheiden von denjenigen, die aus Faulheit zu hause bleiben. Ich habe bei einer letzten Wahl einen vorbereiteten Brief in den Wahlumschlag gelegt. „Als Nicht- Wähler spreche ich der Bundesregierung das Recht ab, in meinem Namen zu sprechen.“ Das wirkt natürlich nur symbolisch, aber das gilt für große Teile des Parlaments angesichts der wachsenden Macht der internationalen Finanzkonzerne.

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der Wille zur Macht

Eine Gesellschaftsordnung, die über einige hundert Menschen hinaus geht, erfordert Machtstrukturen, die jenseits von persönlichen Beziehungen und Mitgefühl funktionieren. In modernen Gesellschaften gibt es verschiedene Machtzentren, die im Idealfall ein ausgewogenes Netz bilden und dem Allgmeinwohl dienen sollen. Leider gibt es aber real viel Machtmißbrauch, Leid, und Ausbeutung von Mensch und Natur.

Um daran etwas zu ändern, braucht es den Willen zur Macht. Macht korrumpiert aber. Dieses Dilemma ist nicht leicht aufzulösen. Noch dazu begen sich diejenigen, welche den Willen zur Macht entwickeln, z.B. um die Natur- und Umwelt zu schützen, in einen Raubtierkäfig. Dort sind Verhaltensweisen notwendig, die im normalen sozialen Alltag kontrainidziert sind.

Lösungen des genannten Dilemma sind z.B. rotierende Führungsrollen, aber primär denke ich, das eine Trennung von ethischer Definitionshoheit und exekutiver Macht, das wichtigste Mittel sind.

 

Raubtierkäfig

Die meisten Menschen sind gutartig. Liebe, Rücksichtnahme und Hilfbereitschaft sind in der menschlichen Natur angelegt. Menschen sind soziale Wesen. Leider beziehen sich oben genannte Eingenschaften primär auf die „eigene Gruppe“.

Je weiter wir in der Macht-Hierarchie nach oben kommen, desto mehr gleich das Sozialverhalten dem eines Raubtierkäfig. Solange alle satt sind, tut kein Raubtier dem anderen etwas, aber grundlegend reproduzieren die Mächtigen ein Glausbenssystem des fressen und gefressen werden.

Vertreter großer Kapitalgesellschaften glauben daran und deshalb nutzen sie jede Chance. Ein einzelner Mensch kann zwar aussteigen und seine Anteile verkaufen, aber damit ändert sich nichts am System. Sein „Ego“ (seine Firma) wird von anderen „Egos“ gefressen und verdaut. Ich denke, das dieser ökonomische Kanibalismus kulturell befriedet werden kann. Eine Bedürfniss-Orientierte Wirtschaft halte ich für möglich, aber den Weg dahin setzt tiefgreifende kulturelle Entwicklungen voraus. Eine demokratische Gesellschaft kann aber die kanibalistischen Kapitalinteressen bändigen. Lass uns die Martwirtschaft vom Kapitalismus befreien. Marktwirtschaft ist menschlich. Kapitalismus ist die Herrschaft des Kapitals über die Menschen.

Weltwirtschaftsforum

In vielen Diskussionen nehme ich das Weltwirtschaftsforum als Beispiel, welches ich negativ bewerte. Warum?

In seinen Büchern schreibt der Initiator Klaus Schwaab durchaus vernünftige und soziale Dinge, und er versteht es reiche, mächtige und intelligente Menschen zusammen zu bringen, was Anerkennung verdient.

Allerdings vertritt er (und seine Freunde) eine neoliberale Wachstumsideologie, so das jedwede Umweltschutzgedanken aus dieser Richtung nur ein zeitlichen Aufschub versprechen, aber die Endlichkeit natürlicher Ressourcen nicht löst, und Mensch und Umwelt weiter einer kapitalistischen Ausbeutung unterwerfen. Diese Richtung wird Lagerfeuer verbieten und den Verkauf von Elektroautos erzwingen.

Und das WWF forciert sogenannte „public-private-partnership“, was so viel heißt, das das primat der demokratisch gewählten öffentlichen Vertretung systematisch geschwächt und zugunsten privater Konzerne verschoben wird. Das ist langfristig Anti-Demokratisch.

Covid-Idioten?

Nachdem die bürgerliche Presse uns monatelang mit Corona-Todesstatistiken bombardiert hat, kommen nun Impfkritiker mit angeblichen Todesgefahren, die noch deutlich schlechter nachvollziehbar sind, als die Daten der Infektions-Hysteriker.

In einer gesellschaftlichen Pendelbewegung haben in letzter Zeit die „Mahner und Warner“ Oberwasser. Die mutigen werden ausgebeutet oder verunglimpft.

Ich hätte gerne einen treffenden aber sympatischen Sammelbegriff für diejenigen, die angesichts einer mittelmäßig gefährlichen Krankheit das Leben still legen wollen. Wie sollen wir die Leute nennen? die es richtig finden, das mit vielen Tausend Euro öffentlichen und privaten Aufwand ein ¾ Jahr keine Yogakurse stattfinden, obwohl Yoga genau das bietet, was wir in der Corona-Krise brauchen: Stärkung des Immunsystems und Gelassenheit bei Stress? Leute, die Kindern 1 Jahr Schulbildung verweigern, obwohl Corona für Kinder weitgehend ungefährlich ist?

Covid-Idioten? Coronazis? Gesundheitsfaschisten? … ist mir alles zu polarisierend. Aber normal ist deren Verhalten halt auch nicht.

Religion als Lösung

ENTWURF …

Ich frage mich schon lange, warum reiche, gebildete, sozial kompetente Menschen (in Führungsetagen) teilweise so abstrus asoziale und umweltschädliche Entscheidungen treffen?

Entscheider in Politik und Wirtschaft haben meist von sich selbst das Bild, das sie gutes tun und beste Absichten vertreten. Überhaupt halte ich die meißten Menschen für „gutartig“, aber die Politik und gesellschaftliche Entwicklung führt zu Umweltzerstörung, Entfremdung, Polarisierung und selbst kriegerische Einsätze werden immer Salonfähiger. Dumme, jähzornige,  schwer Traumatisierte oder krankhaft dissoziale Personen schaffen es kaum in die Führungsetagen. Also, warum wird die Gesellchaft nur so wenig besser (oder gar schlechter)?

In jungen Jahren schien mir als Anarchist die Welt relativ klar in „gut“ (wir hier unten) und „böse“ (die da oben) gegliedert. Nach vielen Jahren Politaktivismus sind viele „revolutionäre“ Gedanken der 70er Jahre bis in Regierungskreise salongfähig geworden, aber ich habe das Gefühl, das sich bezüglich Herrschaftsverhältnisse und Machtverteiltung wenig (zum Guten) geändert hat.

Die realen Machtverhältnisse sind so, das wir als Anarchisten in unseren Einschätzungen oft Recht behalten haben, aber nur wenig hat sich in richtung Herrschaftsfreie Gesellschaft entwickelt. Im Gegenteil ist die soziale Scheere der Vermögensverteilung in den letzten 50 Jahren durchgängig zugunsten der Reichen weiter aufgezogen worden.

OK, zugegeben, ich sehe Herrschaft vor allem in den Händen der großen Vermögen konzentriert und vernachlässige bei dieser Sicht vielleicht die alltäglichen Leiden durch Sexismus, Rassismus, sexualisierte Gewalt, Umweltschäden und viele weitere Ungerechtigkeiten. Für die folgenden Lösungsvorschläge spielt das aber kaum eine Rolle.

Anarchistische Vordenker haben gegenüber den Herrschaftsansprüchen der Kirchen zu recht eine klar Anti-Religiöse Haltung eingenommen. Der „Bärtige Mann auf der Wolke“ war die Vorlage für dogmatische, patriachale Herrschaftsansprüche.  Ich möchte heute für einen anarchistischen Umgang mit „Gottheiten“ plädieren. Gottesverehrung und Spiritualität kann Teil einer Lösung für viele persönliche und gesellschaftliche Probleme sein. Wie komme ich als Anarchist dazu?

Ich habe mich (wie viele andere auch) aus dem politischen Aktivismus jüngerer Jahre zurück gezogen, aber meine Ideale einer lebensfrohen und gewaltfreien Kultur behalten. Ich arbeite als psychotherapeutischer Heilpraktiker und Yoga- und Tantralehrer. Meine persönliche Hauptaufgabe sehe ich darin, Menschen auf ihrem Weg zu selbstbestimmter und erfüllender Sexualität zu helfen.

Schon als Jugendlicher habe ich Autoritäten nie über mich gestellt, sondern bin menschlich von Augenhöhe ausgegangen. Ich erinnere mich noch, wie ich einmal dem Bürgermeister von Hamburg ein Flugblatt in die Hand gedrück habe und dann gleich dem nächsten Menschen.

Ich möchte einen Vorschlag für eine Sichtweise auf unsere Welt unterbreiten und diskutieren, der einige Probleme unserer Gesellschaft erklärt und bei der Lösung helfen kann.

  • Wir sind alle Gläubig
  • Wir sind alle Polytheistisch
  • Wir sollten einen interreligiösen Dialog führen.

Dazu möchte einige Detaisl ausführen.

Wir sind alle Gläubige

Ich lade dazu ein, diese Behauptung für dich ernsthaft zu prüfen. Ein aufgeklärt naturwissenschaftlicher Denkansatz würde dem widersprechen. Aber psychologische Forschung bestätigt immer wieder, das wir entsprechend eigener Glaubenssätze agieren. Wir Vertrauen dem einen und lehnen vielfach die andere Tatsachenbehauptung ab. Wir können gar nicht alles überprüfen. Einige Überprüfungen können wir bei gesundem Menschenverstand vertrauenswürdigen(wissenschaftlichen?) Institutionen überlassen. Aber spätestens bezüglich der Glaubenssätzen aus psychotherapeutisch wirksamen traumatischen Erfahrungen und Erziehungsmaximen unserer Kindheit, treffen anders lautende Vernunftentscheidungen auf erheblichen Widerstand. Es ist auch gut, zu glauben. Vertrauenswürdige Institutionen und Regeln machen das Leben leichter.

Ich plädiere hier für einen lockeren Begriff von Gottheiten. Im Yoga/Hinduismus gibt es „Brahman“ (das Absolute), aber da wir uns das nicht vorstellen können, haben Menschen persönliche Gottheiten (Ishvara). Diese sind teilweise Personifiziert, können aber auch abstrakter Natur sein. Gottheiten stehen aus meiner Sicht für Aspekte des Mensch seins. Vielfach werden mehrere Aspekte zu komplexen Gottheiten zusammen gefasst. Daraus entwickeln sich teilweise monotheistische Strömungen, die in einen Gött/Göttin alles hinein projezieren. Dann wird daraus oft wieder eine Gruppe aus mehreren Unteraspketen (Dreifaltigkeit …) gemacht. Aus der Perspektive einer abstrakten Beobachtung ist es vielleicht sinnvoll, jedem eigenen Glaubenssatz eine Gottheit zuzuordnen oder sie zu erfinden.

……

Personen, die sich mit Menschlichkeit auskennen, wie z.B. Jesus, Buddha, Mohamed, Lao-Tse, aber auch Humanisten der Moderne und viele andere, empfehlen eine Verehrungspraxis und Meditation (oder Gebet). Diese hilft, sich in ein größeres gesellschaftliches Gefüge einzuordnen. Innerer Frieden und sozialverträgliches Verhalten wird durch spirituelle Verehrungspraxis  gefördert.

 

Wir sind alle Polytheistisch

Wir glauben alle an mehrere Gottheiten. Wir haben verschiedene Glausbenssätze, Narrative und Objekte der Verehrung, und ich empfehle sich nicht damit zu identifizieren, sondern sie als Gottheiten außerhalb von uns zu ehren.

In der tantrisch/yogischen Kontext  ist es üblich, einen Altar für die persönliche spirituelle Praxis (Meditation) zu haben. Da stehen unsere Lieblingsgottheiten ganz vorne und die anderen etwas weiter hinten oder an der Seite.

Aus anarchistischer Sicht brauchen wir keine Angst vor autoritären Eigenschaften haben, da Gottheiten nur in unsere Köpfen existieren und keine Exekutive haben. Da, wo sich exekutive Macht dogmatisch auf Götter beruft, wird es schwierig.

Wir sollten einen interreligiösen Dialog führen

Für die Lösung anstehender gesellschaftlichen Probleme können wir uns einen Dialog zwischen verschiedenen Gottheiten Vorstellen und dann die beste Lösung nehmen.

Bei vielen gesellschaftlichen Problemen geht es ja nicht nur um eine sachliche Lösung, sondern darum, das sich viele Menschen mit ihren Ansichten (ihrem Ego) identifizieren und sachlich gute Lösungen verworfen werden, weil sich zu viele Egos dagegen wehren. Eine  stellvertretende Diskussion durch Gottheiten kann helfen, die Identifikation zu lockern. Meinen Teilnehmern und Klienten erkläre ich immer wieder das es gut ist, ein Ego zu “haben”, aber es nicht zu “sein”, sich also nicht mit seinen Rollen zu identifizieren.

Da wir viele Gottheiten verehren, kommt es auch nur zu einer Verschiebung der Ordnung auf unserem Altar, aber es gibt keine Totalausfälle.

Zum Beispiel können wir für die Segnungen des Mammon-Gottes danken, die uns viel materiellen Reichtumg gegeben haben, und ihn dann zur Seite stellen, weil aktuell die Verehrung von Natur-/Klima-/Mitgefühl-Gottheiten wichtiger ist.

 

Fazit

Für mich ist es ein Versuch, Frieden mit wohlmeinenden, reichen und mächtigen Personen zu finden, ohne mich ihrer Weltanschauung anzuschließen. Sie verehren nur „andere“ Gottheiten, und aus meiner Perspektive haben sie noch nicht mitbekommen, das diese Gottheiten (z.B. Geld/Mammon) in dieser Situation wenig zu bieten hat. Noch mehr Geld macht nicht glücklich. Die Verehrer des Geldes wissen das sogar meist, aber da ist noch das Problem mit dem Raubtierkäfig. Wenn wir sie einladen, auch polytheistisch zu denken sind Lösungen möglich.

 

… to be continued

Weltformel ;-)

Ich neige dazu, komplexe Zusammenhänge auf wenige Sätze zusammen fassen zu wollen. Hier ein Versuch:

Menschen wollen Bedürfnisse befriedigen, oder nicht daran erinnert werden, dass sie sie haben!

Vor allem der zweite Halbsatz hat es in sich.

Das grundlegende Bedürfniss ist Leben. Wir wollen Lebendigkeit spüren – geistig, emotional und körperlich. Unsere Sinne sind Hinweise auf Emotionen. Emotionen sind Hinweise auf Bedürfnisse.

Die langjährige Beschäftigung mit der Frage, was Liebe ist führt mich zu der Formel:

Gott = Liebe =  Leben !

In allen mir bekannten heiligen Schriften ist das Göttliche die Kraft, die das Leben schuf. Wir können alle Kraftwerke der Welt mit der gesammelten Intelligenz der Menschheit verbinden, aber damit kein Leben schaffen, sondern allerhöchstens manipulieren.

Und alle mir bekannten heiligen Schriften sagen auf die eine oder andere Weise „Gott ist Liebe“. Ich beziehe mich hier auf „heilige Schriften“, weil sich diese seit je her mit Menschlichkeit auskennen. Allerdings würde ich keiner Schrift allumfassende Gültigkeit zubilligen.

Liebe ist (in meinen Begriffen) eine fließende, alles Lebendige durchdringende Energieform. Wir können sie auch Lebensenergie, Prana, Chi, Kundalini oder Orgon nennen. In Beziehungen spüren wir diese Liebes-/Lebensenergie häufig, aber nicht nur dort. Wenn wir den Fluss von Lebensenergie spüren, haben wir das Gefühl geliebt zu werden, oder zu lieben. Wenn wir lieben, oder geliebt werden, spüren wir Lebensenergie durch uns fließen.

Nicht „ich liebe“ oder der andere „liebt mich“, sondern Liebe fließt. Durch unsere Handlungen schaffen schaffen wir Bedingungen, in denen der Fluß von Lebens/Liebesenergie spürbar wird. Wir helfen uns gegenseitig bei der Befriedigung von konkreten Bedürfnissen. Fürsorge ist praktische Liebe. Wenn wir fürsorglich handeln, helfen wir dem anderen bei seiner Bedürfnisbefriedigung (z.B. beim Kind). Bedürfnissbefriedigung dient dem Leben. Lebendigkeit wird gestärkt und wir fühlen uns geliebt.

Ganz besonders deutlich wird es beim Sex. Beim Sex kann neues leben entstehen. Das ist eine gewaltige Kraft – eine göttliche Kraft. Der Fluss von Lebensenergie ist besonders deutlich zu spüren. Wir nennen es Liebe. So können wir nach vertiefter Betrachtung die eingangs genannte Formel noch erweitern auf:  Gott = Liebe =  Leben = Sex!

Nicht-erinnert-werden-wollen an lang anhaltende oder besonders krasse Frustration von Bedürfnissen, dient nicht der Lebendigkeit. Aber es hilf zur Schmerzvermeidung. Wenn die schmerzhaften Gefühle der Mißachtung von Grundbedürfnissen aus der Vergangenheit wieder hoch kommen, können wir uns auch heute noch überfordert fühlen (oder es auch sein, was therapeutische Hilfe benötigt).

Manchmal wird das Nicht-erinnert-werden-wollen schwerwiegend dysfunktional und hindert uns an der Befriedigung von Grundbedürfnissen, z.B. wenn wir uns nach Gewalterfahrungen in denen unser Autonomiebedürfniss krass mißachtet wurde, nicht mehr auf Beziehungen einlassen können. Wenn wir unsere Grundbedürfnisse nicht befriedigen können, werden wir von dem Gefühl von Lebendigkeit ein Stück abgeschnitten.

Was hat Gott damit zu tun?

Im Tantra und Yoga gibt es das Konzept von Brahmann, dem Absoluten, als abstraktes Prinzip. Ich spreche lieber allgemein von dem „Göttlichen“, welches ich mit dem abstrakten Begriff von Lebendigkeit bzw. Liebe verbinde (gleich setze). Im Tantra und Yoga gehen wir davon aus, das jeder individuelle Mensch seine Ishvara (persönlichen Gottheiten) hat und verehrt. Es ist menschlich einfacher, personalisierte Gottheiten bzw. göttliche Wesen mit persönlichen Eigenschaften zu verehren. So gesehen ist es gleichwertig, ob wir einen bärtigen männlichen Gott auf einer Wolke, einen dicken breit grinsenden Buddha im Schneidersitz, oder sonst eine Gottheit verehren. Wichtig ist, ob diese Gottesverehrung und unser Glaubenssystem uns individuell bei der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse unterstützt, und wir uns mit Lebendigkeit verbinden können. Oder ob wir uns von unseren Gefühlen und Lebendigkeit abschneiden, weil wir nicht an bestimmte (traumatisch frustrierte) Bedürfnisse erinnert werden wollen. Dann wird jedes Glaubenssystem eng, jede Gottheit verliert die Verbindung mit der Liebe, und es kann sich im Extremfall in kollektivem Hass gegen das Lebendige wenden, wie wir in der Geschichte schon erlebt haben.

Die Detailfragen sind welche Bedürfnisse wir wie befriedigen?

 

Es reicht – wofür?

Nach 5 Monaten Berufsverbot für Yogalehrer auf der Grundlage der Corona-Schutzverordnungen ist es mal wieder Zeit zu überlegen, wie es weiter geht.

Ich bin müde und frustriert. Eine Regierung, die nichts gegen den Klimawandel tut und Waffenexporte für den Syrienkrieg erlaubt (die Türkei ist seit Jahren aktive Kriegspartei in Syrien und einer der wichtigsten Empfänger deutscher Waffenlieferungen); solch eine Regierung hat keinerlei Legitimation in meine persönlichen Angelegenheit hinein zu regieren und mir z.B. die Gästezahl auf meiner Geburtstagsparty vorzuschreiben.

Eine Zero-Covid-Strategie ist unrealistisch (wie die Kassenärztliche Vereinigung sagt). Wenn diese Regierung eine Zero-Covid-Politik verfolgt, ist sie dumm, oder sie gerät in den Verdacht, andere Interessen zu verfolgen. Endlich einmal durchregieren, ohne sich mit mächtigen Lobbyistenvereinigungen anzulegen. Das Schüren diffuser „Ängste vor dem Unbekannten (Virus)“ ist eine Steilvorlage für autoritäre Strukturen wie z.B. große Konzerne. Gegen diese Regierung ist Widerstand angesagt. Und ich meine Widerstand! Protest ist, wenn ich sage was mir nicht paßt. Widerstand ist wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht passt auch nicht geschieht. Widerstand kann hier ganz leise geschehen. Sinnloser Maskenzwang an der frischen Luft (für Geimpfte)? Ein verbotener Yogakurs (mit Hygienekonzept)? Aber wir brauchen einen langen Atem, diesen Widerstand auch vor Gericht fortzusetzen, und ggfls. die gegebenen Machtstrukturen anzuerkennen, die einen auch mal in den Knast wandern lassen; so wie es den Schwarzen der Black-Power-Bewegung in den 1960er Jahren ergangen ist (von denen das Widerstand-Zitat kommt).

Die Regierung ist (immer) Ausdruck der bestehenden Machtstrukturen. Die Macht verschiebt sich gerade richtung Pharma- und Digital-Konzerne. Diese sind noch zentralistischer als klassische Produktions-Unternehmen. Die Macht des großen Geldes wird weiter ausgebaut und die Corona-Krise reißt die Schere zwischen Arm und Reich weiter auf. Das sind alles Antidemokratische Entwicklungen, denen aufgeklärte Bürger Widerstand entgegen setzen sollten.

Und dann ist da noch diese Corona-Krankheit.

Ich muss meine Einschätzung vom letzten Sommer korrigieren. Ich habe mich durch fälschliches Verständnis der „Mortalität“ in die Irre führen lassen. Die öffentlichen Angaben von ca. 1% „Mortalität“ lassen Corona ca. 3x so gefährlich wie die Grippe mit ca. 0,3% Mortalität erscheinen. Aber Mortalität bezeichnet die Anzahl der Todesfälle bezogen auf eine Population in einem bestimmten Zeitraum. Also z.B. die Grippe-Toten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung:

– 2018 sind von 954.000 Toten nachweislich  3029 an Grippe gestorben (Quelle), macht eine Mortalität von 0,32% (bezogen auf Lebenszeit?) Im Jahr 2019 waren es mit 1659 nur 0,18%. Ein Bezug zur Lebenszeit kann bei einer neuen Krankheit wie Corona nicht sinnvoll sein. Also geht es eher um „Letalität“, d.h. die Anzahl der Todesfälle bezogen auf die Infizierten, bzw. Erkrankten.

Ich vertrete die Ansicht, daß Vergleiche mit bekannten Größen hilfreich und zulässig sind. So lassen sich diffuse Ängste reduzieren. Die Labor Bestätigten Grippe-Infektion werden vom RKI für die Saison 2018/2019 (also nicht die schwere Welle 2017/18) mit 182.000 angegeben. Bezogen auf die Grippe-Toten von 2019 (die Zahlen passen hicht nicht ganz genau zusammen) würde man auf eine Letalität von 0,91% kommen (2017/18 noch höher). Hoch spekulative statistische Verfahren führen aber bei  Veröffentlichungen über Grippe im allgemeinen zu weit höheren Todeszahlen als die labor bestätigten Infektionen, aber nur zu einer Letalität von 0,1 %. Wie das zusammenpasst, muss mir mal jemand erklären.

Und jetzt zu Corona. In Sachsen stehen 227.000 labor bestätigten Infektionen bis jetzt 8.440 Todesfälle (an oder mit Corona) gegenüber. Wobei in der dynamischen Entwicklung die Verzögerung der Todesfälle zu berücksichtigen ist und andererseits nach wie vor die meisten „Corona-Toten“ eine oder mehrere Vorerkrankungen hatten, was bei einer sachlichen statistischen Zuordnung zu deutlich weniger ursächlich Corona-Toten führen würde. Die Rohdaten sprechen für 3,7% Letalität.

Also: die persönliche Gefahr durch Corona ist ca. 4x so hoch wie bei einer Grippe. Allerdings ist die Gefahr, persönlich in den nächsten 2 bis 3 Jahren an Corona zu erkrankten aufgrund der fehlenden Immunität deutlich höher als bei Grippe. Corona ist vielfältiger. Mehr Menschen ohne Symptome aber auch viele mit deutlich schwereren Verlauf als bei Grippe. Die Altersstruktur der Verstorbenen ist ähnlich wie bei einer Grippe. Bleibt abzuwarten, wie sich die Letalität entwickelt, nachdem die Risikogruppen und ihre Mitarbeiter weitgehend geimpft sind. Die persönliche Gefahr bleibt überschaubar und rechtfertigt keine einschneidenden Grundrechtseinschränkungen.

Bleibt die kollektive Gefahr der Überlastung unseres Gesundheitssystems. Nachdem auch Ärzte und Pfleger weitgehend durchgeimpft sind, dürften die krankheits- und quarantäne- bedingten Ausfälle im Gesundheitssystems im Vergleich zur 2. Corona-Welle milder sein. Anders ausgedrückt sollte unser Gesundheitssystem jetzt noch höhere Inzidenzzahlen ohne größere Belastungen überstehen. Eine reale Gefahr der Überlastung unseres Gesundheitssystems würde einschneidenden Grundrechtseinschränkungen rechtfertigen.

Da eine Zero-Covid-Strategie unrealistisch ist, müssen wir „hart am Wind“ segeln (siehe meine Seefahrergeschichte) bis Herdenimmunität erreicht ist. Risikogruppen schützen, impfen, gesund leben, Infektionsrisiken vermeiden …  scheint angemessen.

Aber ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie wird es Zeit, auch die „Kollateralschäden“ der Zwangsmaßnahmen anzuschauen und aufzuräumen, darniederliegende Kultur und Wirtschaft aufzurichten, den Sommer für persönliche und soziale Erholung zu nutzen, und gesellschaftlich zu integrieren, statt Polarisierung weiter voran zu treiben und diffuse Ängste vor dem Unbekannten zu schüren.

Widerstand heißt für mich, mit möglichst vielen Menschen bei dem was uns nicht passt, nicht mehr mit zu machen. Mit Protest möchte ich mich auch nicht zurückhalten, aber wichtiger ist die Bereitschaft notwendige Opfer zu bringen, wenn von Vertretern autoritärer Machtstrukturen Gewalt ausgeübt wird. Ich solchen Fällen brauchen wir tragfähige soziale Beziehungen. Gerade daher ist die Parole des social-distancing so gefährlich für uns.

 

Querdenken-Demo 7.11.2020 in Leipzig

Gestern war ich auf der großen Querdenker-Demo in Leipzig gegen die aktuelle Corona-Politik. Weit über 20.000 Menschen auf dem Augustus-Platz und den angrenzenden Straßen, friedlich, meist ohne Maske, weil sie ja genau gegen die Maskenpflicht demonstrieren. Über die Wirksamkeit von „Nase-Mund-Bedeckungen“ mag man streiten. Die Gefahren der Krankheit selbst, die Infektionsgefahren an der frischen Luft, den unpassenden Bezug zum November 89 usw.

Aber:  Die polizeiliche Auflösung der dreistündigen friedlichen Versammlung, die bis 16 Uhr gehen soll, um  15:45 Uhr zu beginnen, hat nichts mit Gefahrenabwehr oder Gesundheit zu tun. Es erscheint als Signal der Regierung, ihren politischen Gegnern ihre Ohnmachtsgefühle vor Augen zu halten und damit einer Spaltung der Gesellschaft vorschub zu leisten.

Und: Es war eine Steilvorlage für die anwesenden rechten und linken Extremisten, die „notwendigen“ aufregenden Bilder zu liefern, um von der sachlichen Diskussion abzulenken.

Die Corona-Krise wird von mächtigen gesellschaftlichen Kräften instrumentalisiert. Leidtragende sind ärmere Schichten und künstlerische, freischaffende, gesundheitsbewusste, sozial engagierte Menschen.

Ich persönlich ging mit dem Motto: „Ich soll als Yogalehrer 4000 € für fragwürdige Corona-Politik draufzahlen! Was ist gerecht?
Konzerne wie die Lufthansa bekommen Milliarden in den Arsch geschoben! Was hält gesund?“