Corona – Die zweite Welle – Seefahrergeschichte

Im Januar gab es eine Sturmwarnung. Der Kapitän des chinesichen Schiffes hat den meldenden Matrosen diszipliniert und zurück auf seinem Ausguck geschickt, wo er einer Sturmböe zum Opfer gefallen ist.

Das große Schiff hat Schlagseite bekommen, konnte dann aber auf Grund gesetzt werden, um die heftigsten Sturmboen zu überstehen. Ob das große Schiff bei diesem gefährlichen Manöver Leck geschlagen ist, wird sich erst später zeigen. Das Schiff fährt langsam weiter.

Der Kapitän des deutschen Schiffes hat von dem Sturm rechtzeitig gehört und sein Schiff in den Windschatten einer Insel im Nirgendwo gesteuert. Eine Welle ist schon etwas über Deck geschwappt aber jetzt ist es sicher vor dem Sturm. Andere Schiffe funken SOS, aber solange der Sturm wütet kann ihnen keiner zuhilfe kommen. Die SOS-Rufe von kleineren Flüchtlings-Schiffen werden im Sturmbrausen komplett überhört.

Das deutsche Schiff dümpelt nun im Nirgendwo und wagt sich ganz vorsichtig an den Rand des Windschattens. Die Ladung verfault, die Stimmung ist schlecht und die Notreserven sind schon angebrochen. Klar ist, dass der Sturm noch lange wüten wird. Die Mannschaft überprüft die Seetüchtigkeit und diskutiert. Der Kapitän ist froh, dass er das Schiff in Sicherheit gebracht hat und genießt den Ruhm dafür.

Aber die Mannschaft mault. Einige sind ängstlich und sprechen davon, dass es eine zweite Welle geben kann. Die erfahrenen Seeleute schmunzeln und sagen, dass es auf dem Meer noch mehr Wellen geben wird und meinen, das Schiff sei seetüchtig genug. Sie argumentieren, dass wir hart am Wind über die rauhe See fahren können und nur so in einen sicheren Hafen kommen, bevor die Notreserven verbraucht sind.

Ahoi.

Scheinheilige Corona-Doppelmoral

Ich habe gerade den Antrag auf Kurzarbeitergeld ausgefüllt, weil Yoga mit Rücksicht auf die Corona-Krise verboten ist. Es ist nicht so einfach, eine ausgewogene Meinung zu finden. Ich halte mich weitgehend an Kontaktbeschränkungen, mit zunehmendem Bauchgrummeln.

Die Regierung, die jetzt Kindergeburtstage wegen Corona verbietet hat noch vor kurzem Waffenexporte an Kriegsbeteiligte in Syrien genehmigt und tut nichts gegen den Klimawandel, obwohl da deutlich mehr Tote zu vermeiden wären. Corona betrifft aber im Gegensatz zu Klimawandel und Kriegsopfern auch die über 60 jährigen Politiker und ihre Lobbyisten-Freundeskreise, und plötzlich geht doch was. Wer Kindergeburtstage verbietet, aber Waffenexporte erlaubt, bekommt vielleicht ein Legitimationsproblem. Nach Corona werden sich die Politiker an ihren eigenen ethischen Werten messen lassen müssen, andernfalls wäre Wut angemessen.

Friday for Future

Redebeitrag von Helfried, am 24.5.2019 in Leipzig vor ca. 200 Demonstranten.

Ökostrom von RWE &Co
ist wie Bio-Kräutertee vom
Drogendealer

Ich war viele Jahr in der Jugendumweltbewegung. Mit 12, 1975 habe ich mit meiner Mutter Brote geschmiert, damit Papa und ältere Brüder „in die Schlacht“ gegen das Atomkraftwerk Brokdorf. Damals konnte eine Übermacht von Demonstranten die Polizisten vertreiben. Mit 17 habe ich oft die Schule geschwänzt und in Gorleben, in der Republik-freies-Wendland haben wir den Bauplatz des geplanten Atommüll- Endlagers besetzt. 1983, im  Friedensherbst, wurde ich im Keller einer Hamburger Rewierwache von 6 Polizeibeamten bis zur Bewusstlosigkeit zusammen geschlagen, weil ich gegen die Springerpresse demonstriert habe. Aber sie haben mich nicht klein gekriegt. Freundschaften und gute Jugendgruppen haben geholfen, der Repression zu widerstehen.

Die Argumente der Mainstream-Politik waren damals die gleichen wie heute;  und sie waren damals schon falsch. Nur die Strategien haben sich geändert. Damals hieß es „Ihr seid Spinner“ und es gab Prügel. Heute lügen sie „Wir verstehen euch“ und dann werden völlig andere Dinge gemacht.

Eine Gefahr ist, das Friday-for-Futur instrumentalisiert wird, um den Verkauf von Elektroautos zu erzwingen und Lagerfeuer zu verbieten. Argumente wie „Klimawandel ist nicht bewiesen“ ist so, wie wenn mir jemand ein Messer in den Bauch rammen und wenn ich schreie, „das bringt mit um“, er antwortet „das ist nicht bewiesen“. Keine Energieform ist teurer und höher
Subventioniert, als Kohle und Atomkraft, wenn die Folgekosten eingepreist werden. Angesichts Klimawandel und Naturzerstörung ist
Widerstand angesagt! Nicht darum bitten, das andere etwas tun, sondern dafür sorgen, das etwas geschieht.

Eine Schülerbewegung kann quer durch die Gesellschaft in Haushalten Einfluss nehmen, wo erwachsene Ökoaktivisten oft nicht hin kommen. Wenn jeder Schüler einen (oder mehrere) Haushalte überzeugt – Weg von Kohle und
Atom, hin zu einem echtem Öko-Strom – dann tut das den Konzernen weh. Das merkt man z.B. daran, RWE die Initiative Ausgestrahlt versucht zu   Verklagen, weil diese die „Ökostrom-Lüge“ der RWE-Tochter innogy auf Flugblättern publik macht. Strom, der über die EEG-Umlage finanziert wird, ist kein Ökostrom des Anbieters (sondern ein Feigenblatt).

Die Verantwortlichen für Klimawandel und rücksichtslose Umweltzerstörung sitzen nicht in der Politik, sondern in den Vorständen und Aufsichtsräten kapitalkräftiger Konzerne. Betreiber von Kohlekraftwerken belasten unsere
Zukunft mit Naturkatastrophen. Betreiber von Atomkraftwerken belasten die Zukunft mit Atommüll. Beide wollen die Kosten dafür nicht übernehmen.

Konzerne wie EON, RWE, ENBW, Vattenfall und ihre Tochtergesellschaften wie Envia und viele Stadtwerke schmücken sich mit Ökostrom, betreiben aber weiter Kohle- und Atomkraftwerke. Das ist so, als würde ein menschenverachtender Drogendealer seine rücksichtslosen Geschäfte mit
dem Verkauf von Bio-Kräutertee wieder gut machen wollen.
Aber niemand braucht mit denen Geschäfte machen!

Echte Ökostrom-Anbieter haben keine wirtschaftlichen Verbindungen zu Kohle- oder Atomkraftwerken. Pioniere, wie z.B. Naturstrom, EWS Schönau, Greenpeace Energy und LichtBlick sind oft sind oft sogar kostengünstiger als die fossilen Konzerne.

Ökostrom von RWE & Co ist wie Bio-Kräutertee vom Drogendealer

Also: Werde aktiv, frag zu Hause und in der Verwandtschaft nach dem Stromanbieter, recherchiere den Strommix und diskutiere. Dann besorge einen ausgefüllten Stromwechsel-Auftrag eines echten Ökostrom-Anbieters zur Unterschrift. Den bekommst du online auf Anruf per Post.

… Vielen Dank!