Sandburgen gegegn Corona

Als Kind und später als Papa habe ich gerne am Strand Sandburgen gebaut. Bevorzugt nahe am Wasser. Richtig aufregend wurde es immer bei einsetzender Flut, vor allem im Zusammenspiel wenn manche „ihrer Verantwortung“ nicht gerecht wurden; wenn das steigende Wasser sich seinen Raum genommen hat. Mit schnellem entschiedenen Handeln und viel Kraftwaufwand konnte man die Burg noch ein weile erhalten.

In Anbetracht der Tatsache, das die Corona-Impfung nicht hält was versprochen wurde, und seit Menschheitsgedenken die Brandung von Viren-Wellen  den Küstenverlauf prägen, sollten wir uns manchmal mit dem Gedanken des Loslassen beschäftigen – so wie damals am Strand.

Bei einer Impfung mit 60% Wirkungsgrad angesichts einer hoch infektiösen und mittelmäßig gefährlichen Krankheit ist nicht viel „Land zu gewinnen“. Individuell kann mit der Mrna-Therapie mit hoher Wahrscheinlichkeit der Krankheitsverlauf gemildert werden. Aber die meisten Menschen werden diese Krankheit durchmachen müssen. Die Mehrheit hat von vorn herein genügend Imunabwehr, so das die Krankheit keinen großen Schaden anrichtet. Viele werden eine schwere Krankheit erleben, einige werden sterben.

Vielleicht wäre Zeit zum Umdenken. Wie können wir die Kranken gut versorgen?  Aktuell wird mit Angstmache und drastischen Quarantänebestimmungen der Krankheitsverlauf bei vielen Verschlimmert. Stigmatisierung schadet allen.

Fehlgeleitete Schuldzuweisungen lenken ab. Dass während der Pandemie Krankenhauskapazitäten abgebaut wurden ist ein Unding. Mit den dafür Veranwortlichen sollte ins Gericht gegangen werden.

Statt dessen werden gesellschaftliche Ressourcen verschwendet mit der Teilung in Geimpfte und Ungeimpfte,  obwohl beide Infektionen weiter tragen.

Als Kind konnte (musste) man die Sandburg irgendwann aufgeben und konnte sich zu Hause bei einem heißen Kakau aufwärmen. In ein paar Jahren werden wir mit dem Virus leben können und Mediziner, Geschichtswissenschaftler, Psychologen und andere Wissenschaftler werden viele Fragen klären, die helfen können mit spätere „Flutwellen“ gut umzugehen.

Vielleicht werden zukünftig bessere Impfstoffe entwickelt, reift die mrna-Technologie heran und werden gefährliche „Kinderkrankheiten“ dieser Technik überwunden.  Zu hoffen bleibt, dass die gefährliche Verzerrung einer demokratischen Meinungsbildung durch die Macht des Geldes gebändigt werden kann. Die aktuelle Entwicklung gibt dieser Hoffnung allerdings wenig Auftrieb. Lobbyismus und Sponsoring durch private Stiftungen werden in Zeiten von social-distancing und geleerten Staatskassen eher  gefördert. Hurra, der Kapitalismus ist gerettet- danke Corona.

 

Es reicht! Schluss mit der Corona-Diktatur

Ich möchte, trotz meiner anarchistischen Herkunft, der Regierung Merkel Anerkennung zollen, dass Sie Mitte März die Notbremse gezogen hat. Wie notwendig das war, wird man erst im Nachhinein bewerten können, aber die Entwicklung der Infektion und die Gefahr, eines Zusammenbruches des Gesundheitssystems war ernst und erforderte Entscheidungen. Regierungspolitiker sind auch nur Menschen.

Inzwischen (7 Wochen danach) haben wir deutlich mehr Wissen, bessere Behandlungsmethoden, größere Kapazitätsreserven und Fallzahlen, die aufgrund „unserer“ Reaktion deutlich redziert wurden. Arztpraxen melden Kurzarbeit an. Intensivmedizinische Plätze stehen leer, wie seit Jahren nicht.

Soziale Distanz ist Anti-Demokratisch. Wenn wir so etwas über längere Zeit üben, bleibt von Demokratie ein Selbstbedienungsladen für diejenigen übrig, die mediale Macht haben. Es ist schon schwer genug, sich gegen mächtige Interessen Gehör zu verschaffen, aber wenn Treffen verboten sind, ist es unmöglich.

Soziale Distanz ist gesundheitsschädlich. Häusliche Gewalt ist nur die Spitze eines Eisberges. Wenn wir unseren Mitmenschen aus dem Blickwinkel potentieller Infektionsrisiken begegnen, wird Angst geschürt, was nach kurzer Zeit auch auf unser Immunsystem negativ durchschlägt. Beziehungen werden weniger gepflegt und durch Vergleiche der „Opferbereitschaft“ und gesetzlicher Linientreue belastet.

Soziale Distanz schädigt die emotionale Entwicklung. Wir lernen durchgehend und manchmal in die falsche Richtung. Unsere berührungsarme Kultur verursacht viele psychische Störungen. Jahrelange „Aufbauarbeit“ als Tantralehrer für mehr persönlich berührenden, emotional offenen Kontakt wird zurückgeworfen.

Gegen diese Gefahren gilt es die Gefahren der Corona-Infektion abzuwägen.

Da ich persönlich in Regierungen keine automatisch vertrauenswürdige Institution sehe, haben Entscheidungen und Gesetze wie eine Corona-Schutzverordnung für mich empfehlenden Charakter. Es ist anstrengend, die Einhaltung von Gesetzen immer vor mir selbst verantworten zu müssen. Ich muss sie daraufhin beurteilen, wie weit und warum ich ihnen folge. Ich habe die Corona-Schutzverordnung ab Mitte März weitgehend akzeptiert und trage zur Bewältigung der „Krise“ mit (notgedrungen) mehreren Tausend Euro bei. Wenn ein voll bezahltes Regierungsmitglied sagt „wir müssen Opfer bringen“ und meint dabei, das er 5% und ich 50% meiner Ressourcen beitragen soll, so unterhöhlt das die Glaubwürdigkeit der Regierung weiter.

Inzwischen sehe ich die Beschränkungen der Corona-Schutzverordnung als übertrieben an. Jetzt (Anfang Mai) Repressionen wie z.B. das Berufsverbot für Yogalehrer aufrecht zu erhalten, obwohl das erklärte Ziel (Schutz des Gesundheitssystems) längst übererfüllt ist, schwächt das Vertrauen in die Regierung und stärkt die Glaubwürdigkeit der „Verschwörungstheoretiker“ (wie Gegner der Regierung heutzutage gerne genannt werden).

Es war von Anfang an klar, da das Virus weltweiter Verbreitung gefunden hat, dass wir bis zum Erreichen der „Herdenimmunität“ einen Umgang mit dem Virus finden müssen. Für die nächsten 2 Jahre mit Mundschutz und sozialer Distanz herum zu laufen ist nicht angemessen für die Gefahren der Corona-Infektion. Antidemokratische Kräfte können sich freuen. Sie können im Schatten der Krise Waffengeschäfte und andere unappetitliche Süppchen kochen. Demokratische Kräfte sollten unser Gesundheitssystem auslasten und Beschränkungen nur dann auferlegen, wenn es zu Überlastungen kommt. Die Erfahrung Mitte März hat gezeigt, das „wir“ die Ausbreitung des Virus mit wenigen Tagen Verzögerung effektiv steuern können. Die Regierung verschweigt ihre Planung (und belügt uns damit) wenn Sie sagen, dass sie nicht wissen wie es weiter geht.

Das Infektionsrisiko in Sachsen schätze ich aktuell als niedrig ein. Circa eine Person von 2000 ist infektiös. So wie ich die Zahlen des Rober-Koch-Institutes (RKI) verstehe (Stand 24.4., *1) sind 99,94% der Menschen in Sachsen „NICHT GIFTIG“. Die aktuelle Situation rechtfertigt meiner Meinung nach nicht das Verbot von Yogakursen, Kindergeburtstagen, und anderen ungefährlichen oder persönlich wichtigen Events. Wenn viele Infizierte herum laufen oder das Gesundheitssystem an der Grenze ist, akzeptiere ich wieder die weitgehenden Verbote.

Die Corona-Krankheit ist nach meinem Verständnis ungefähr 5 bis 10 mal so gefährlich wie eine Grippe *2. Das ist ernst, aber es rechtfertigt keine Panik und keine häusliche Gewalt oder andere auftretende Folgen einer maßlosen Angstmache durch Medien, die Ihr Geld (strukturbedingt) mit schlechten Nachrichten verdienen.
Aus yogischer Sicht fehlt in unserer Kultur ein anerkennender Umgang mit dem Tod. In der öffentlichen Meinung findet sich dazu wenig Hilfreiches. Die meisten Menschen sind persönlich viel reifer als es die öffentliche Meinung vermittelt.

Viele Grüße
Helfried

*1) Mit dem Begriff „NICHT GIFTIG“ spiele ich auf teilweise übertriebene Panik bei Berührungen an. Die Fallzahlen aus dem RKI für Sachsen sprechen von aktuell (24.4.) kumuliert von 108 bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Kumuliert seit März, d.h. ein Großteil davon ist schon wieder gesund. Die RKI-Zahlen sprechen von ca. 73%. Andererseits gibt es sicher eine Dunkelzimmer der Erkennung. Schlechtestensfalls nehme ich einen Faktor 10 an. Von den Erkrankten sind ein großer Teil im Bett oder Krankenhaus und laufen nur wenig draußen herum. Die Gefahr unbemerkt infiziert zu werden, konzentriert sich (in der Öffentlichkeit! nicht in der Pflege!) auf einige Tage vor Erkennen der Krankheit. Alle Faktoren zusammen komme ich auf ein statistisches Infektionsrisiko von: (108 Infizierte * 0,27 aktuell noch kranke * 10 Dunkelziffer * 20% noch nicht diagnostiziert infiziert herumlaufend) auf 58 Infektionsträger pro 100.000, d.h. 0,06%. Eine andere Rechnung würde mit einer Dunkelziffer von 50% asymptomatisch bzw. symptomfrei Erkrankten zu noch günstigerer Gefahreneinschätzung kommen.

*2) Gefahr: Von den 154.000 Infizierten in Deutschland sind bis jetzt 5640 verstorben. Allerdings versterben die Corona-Kranken nach durchschnittlich 3 Wochen. Bis Anfang April waren 92.000 Infizierte gemeldet, also ließe sich die Mortalität auf ca. 1% berechnen. (diese Rechnung ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich käme auf rund 5%. GL) Offizielle Stellen sprechen von einer Mortalität von ca. 3%. (Laut RKI-Angaben vom 27.3. beträgt sie 0,6 %. GL) In New-York oder Nord-Italien kommen die Statistiken teilweise auf über 10% Mortalität. Hinweise deuten darauf, das Corona in Gegenden mit hoher Luftverschmutzung deutlich gefährlicher ist als anderswo. Es versterben ganz überwiegend Menschen mit verschiedenen schweren Vorerkrankungen, was die Aussagekraft der Statistik mindert, da die Todesursache unklar bleibt. Die Gefährlichkeit dieser Erkrankung sehe ich als einer Grippe ähnlich an, allerdings bis zu 10x gefährlicher. Der Vergleich dient hier auch nur der Orientierung an etwas Bekanntem, da „Unbekanntes“ unnötige Angst schürt.

Corona – Experimente zu einer absoluten Diktatur

Seit Wochen gibt es Berufsverbote für Yogalehrer, Künstler und viele kreative kleine Unternehmungen. Der Staat propagiert soziale Isolation und verbietet demokratische Treffen, aber die Klimakiller-Industrie, Waffenhandel und Atomkraft dürfen ungehindert weiter machen. Soziales und Kultur muss sich einschränken, aber die Finanzbranche darf sich über höheren Kreditbedarf freuen.

Begründet wird das alles mit einer grippeähnlichen Erkrankung und dem offiziellen Ziel, unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen. Im Effekt sind zur Zeit (mitte April) 40% der Intensivmedizinischen Plätze leer und Arzt-Praxen müssen Kurzarbeit anmelden, weil keine Patienten mehr kommen. Der Gedanke liegt nahe, das antidemokratische Kräfte die Gelegenheit nutzen, ihr Süppchen zu kochen. Im Windschatten der medial aufgebauschte Krankheit bieten sich einige Gelegenheiten an.

Die geforderte Rücksicht auf „Risikogruppen“ ist verständlich und ich tue meinen Teil dazu bei und halte mich im wesentlichen an die Empfehlungen und Gesetze. Die Frage ist, warum plötzlich so drastische Maßnahmen möglich sind, die  in anderen Bereichen wie z.B. bei Klimaschutz oder Waffenexporten lange auf sich warten lassen. Bei Corona  ist die über 60-Jährige Politikergeneration und ihre Freundeskreise betroffen. Das Sankt-Florians-Prinzip lässt grüßen. Die verlogene Doppelmoral der etablierten Politik zeigt sich.

Vielleicht bietet Corona auch die Chance diese offensichtlichen Mißstände zu verändern. Die Bereitschaft der Menschen zu Solidarität ist da und auch Einschränkungen werden akzeptiert, wenn es für ein sinnvolles Ziel ist. Aber was macht Sinn?

Viele Grüße

 

Weltanschauung – Landkarte des Lebens

Jeder Mensch braucht Orientierung im Leben. In unbekanntem Terrain benutzen wir Landkarten, um uns zurecht zu finden. Gerne erkunden wir neues auf eigene Faust, merken uns dann aber was wir erlebt haben und erstellen so unsere eigene Landkarte. Unsere Weltanschauung kann als eine Art Landkarte gesehen werden. Landkarten bieten Übersicht, oder detaillierte Information über einen kleinen Bereich. Landkarten sind optimiert für verschiedene Aufgaben (Autofahren, Wandern, …) und Landkarten unterstützen uns (mehr oder minder gut) darin, das Wesentliche zu finden (und nicht daran vorbei zu laufen). Und Landkarten sind ungenau und haben Fehler!

Eine Weltanschauung, die nicht flexibel auf neue Änderungen reagiert (man könnte Sagen ohne Qualitätsmanagement) wird mit der Zeit  immer unbrauchbarer für das aktuelle Leben.

Allerdings ist manche Landkarte vor langer Zeit so gut gemacht worden, das wenig Änderungen notwendig sind, und andere Landkarten sind zwar neu, aber so schlecht gemacht, das viele Ergänzungen notwendig sind, um sich mit ihrer Hilfe zurecht zu finden.

Was sollte in einer „Landkarte des Lebens“ verzeichnet sein?

Auf die alten Fragen: „Wer bist du?“, „Wo kommen wir her?“, „Was ist der Sinn des Lebens?“ sollten Weltanschauungen Antworten liefern. Des weiteren sollten Weltanschauungen noch Regeln für eine friedliches, soziales Zusammenleben liefern.

Aus Sicht eines Qualitätsmanagements gehören noch Regeln für die Weiterentwicklung und zur Vermeidung von Fehlentwicklungen zu den wichtigen Kennzeichen einer Weltanschauung.

Auf die Frage „Wer bist du?“ antworten viele klassische Weltanschauungen mit einer Version von „Du bist ein Abbild Gottes“. Das lässt viel Interpretations-Spielraum und ist vielleicht eine Art Zirkelschluss, aber immer noch befriedigender als eine Antwort wie z.B.: „Du bist eine Ansammlung von Aminosäuren“.

Für die Frage „Wo kommen wir her?“ liefern alle Weltanschauungen interessante Mythen und Versionen der Entstehungsgeschichte und Kosmologie. Diese sind für konkrete Alltags-Enscheidungen nur indirekt wichtig.

Bei der Frage nach dem „Sinn des Lebens?“ differenzieren sich die Antworten der verschiedenen Weltanschauungen ganz erheblich, wenn sie überhaupt eine Antwort liefern und die Menschen in ihrer Sinnsuche nach befriedigenden Antworten nicht kläglich allein lassen oder mit Versatzstücken und Ersatzbefriedigungen abspeisen. Die Antwort ist eng mit dem Wertesystem der Weltanschauung verknüpft.

Ob es als gottgefällig angesehen wird, viel Geld zu verdienen (Calvinisten) oder die „Selbstverwirklichung“ angestrebt wird (im Sinne der Philosophie des Vedanta) hat Auswirkungen auf Entscheidungen im Alltag und die soziale und ökologische Umwelt. Im einen Fall sind Umweltschäden und Ausbeutung der Mitarbeiter moralisch unbedenklich, im anderen Fall braucht es zum Glücklichsein nur eine Yogamatte.

Die Regeln für eine friedliches, soziales Zusammenleben  sind im Kern aller Weltanschauungen ähnlich. Du sollst nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen usw. und viele enthalten in ihren „10 Geboten“ auch „Eigenwerbung“ (du sollst keine anderen Götter haben neben mir, du sollst dem Professor, der Partei bzw. dem Führer glauben, …) und „Qualitätsregeln“ (du sollst dir kein Bildnis machen, du sollst Götter bzw. Vater und Mutter verehren, …).

Ich bin der Überzeugung, das eine detaillierte, vergleichende Betrachtung der Eigenschaften (Regeln und Wertesystem) der verschiedenen Weltanschauungen lohnt. Mir geht es darum, den einzelnen Menschen in die Lage zu versetzten, friedlich und sozial zusammen zu leben. Ein offener „religiöser“ Dialog über die vielen kleinen Dogmen mit ihren Vorzügen und teilweise Nachteiligen Auswirkungen ist wünschenswert.

Dabei ist Toleranz gefragt. Das ist mehr als die gleichgültige Kenntnisname anderer Meinungen. Toleranz ist auch etwas anderes als die ohnmächtige Hinnahme von Verhältnissen, die du jetzt nicht ändern kannst. Toleranz fordert vor allem die Mächtigen, die die Möglichkeit hätten, die Vertreter anderer Meinungen auszuschalten. Toleranz ist Vorbedingung einer friedlichen, theoretischen, Auseinandersetzung um konkurrierende Wahrheitsansprüche.

Ich würde gerne die Themen Wahrheit, Realität und Bewertung umgehen, und an vielen Stellen des Lebens reicht die Frage, ob eine bestimmte Sichtweise für eigene Vorhaben in deiner Lebenssituation brauchbar ist. Aber jeder Handlung liegt eine Bewertung zu grunde, und die bezieht sich auf eine Wahrheit oder Realität. Daher brauchen wir sozialverträglich Methoden, uns in bestimmten Situationen auf bestimmte Sichtweisen über Realität zu einigen. Dabei ist es emotional belastend, zeitweilige (oder dauernde) Unklarheit zu ertragen. Auf für diese emotionalen Belastungen brauchen wir sozialverträgliche Umgangsformen.

Weltanschauung ~ Religion ~ Ideolgie

Alle Mensche glauben.

Wir glauben Propheten, Wissenschaftlern, Lehrern, Büchern, Zeitungen, Filmen, usw. Wir glauben was wir sehen, hören, riechen, schmecken, tasten, fühlen oder „erahnen“. Manchmal mit unumstößlier Gewissheit, manchmal als vorläufige „Arbeitshypothese“.

Ob unser Glaube auf den Aussagen von Propheten (Jesus, Mohamed, …)  Philosophen (Buddha, Laotse, Karl Marx, …) oder Naturwissenschaftlern (Isaak Newton, Albert Einstein, Charles Darwin, Rene Descartes, …) beruht spielt gar keine so große Rolle. Wichtiger ist, ob wir bereit sind, unsere Annahmen in Frage stellen zu lassen (oder die Kritiker lieber ausschalten wollen). Noch wichtiger ist, ob unsere Art, die Welt an zu schauen (Weltanschauung) geeignet ist, ein friedliches und soziales Miteinander der Menschen (und aller fühlenden Wesen?) zu fördern.

Dieses zu tun, nimmt natürlich jede Weltanschauunge für sich in Anspruch (wenn doch die anderen sich endlich meiner Meinung anschließen würden).

Aber ich glaube nach mehreren tausend Jahren Kulturgeschichte können, dürfen und müssen wir Vergleiche anstellen und aus den verschiedenen Sichtweisen gute und riskante Aspekte differenziert benennen. Die Frage was die „Wahrheit“ ist, halte ich für weniger relevant, als im offenen Dialog zu den vielen praktischen Fragen der Menschen und des Zusammen lebens auf diesem Planeten gemeinsame Lösungen finden.

Zugegeben, ich habe ein Problem damit, wenn jemand eine Meinung, die das friedliche Zusammenleben stört, mit der Begründung vertritt „weil Gott das so gesagt hat“. Leider gibt es meist eine Mehrheit andere Götter, die etwas anderes gesagt haben. Der Unterschied zu jemandem, der eine konkrete politische Entscheidung mit Berufung auf ein ähnlich unbewußtes Narrativ vertritt ist nicht groß (z.B. wir brauchen Atomkraftwerke, weil das Arbeitsplätze schafft).

Im folgenden spreche ich von Weltanschauung synonym mit Religion oder Ideolgie.

Weltanschauungen sind Landkarten des Lebens.

 


In den letzten Jahrtausenden haben sich immer wieder sehr viele Menschen gegenseitig ermordet und wir fassen diese Schrecken als Religionskriege zusammen. Mir fällt es allerdings schwer, einen qualitativen Unterschied zwischen Kreuzzügen (das Heilige Land sichern), dem Überfall der Nazis auf Polen (Lebensraum ist Osten) und dem Einmarsch der USA im Irak (wirtschaftliche Interessen) zu sehen. Gemeinsam ist ihnen, das die Angreifer sich moralischen im Recht fühlten und die Opfer keine militärische Bedrohung für die Länder der Angreifer waren (nur ihre Weltanschauung bedrohten).

Kapitalismus ist eine Religion!

Jede Weltanschauung zeichnet sich dardurch aus, das bestimmte Werte und Annahmen als selbstverständlich gelten, die von großen Teilen der restlichen Menschheit nicht rational nachvollziehbar sind.

Die Annahme, das jemand, der (z.B. nach einer Erbschaft) eine Firma gekauft hat, plötzlich darin mehr zu sagen hat, als jemand, der die letzten 30 Jahre seines Lebens für die Firma gearbeitet hat und vielleicht die wichtigsten Produkte entworfen hat; diese Annahme ist für die meisten Menschen nicht rational. Einem gläubigen Kapitalisten fällt es aber genauso schwer etwas anderes zu denken, als es einem gläubigen Hindu schwer fallen dürfte, für Rindersteak zu schwärmen.

Es gibt noch viele andere Aspekte, die für meine These sprechen. Z.B. sind  kulturhistorisch seit Jahrtausenden die Sakralbauten die jeweils schönsten und prächtigsten. Welche sind das in unserer Kultur?

Ich plädiere dafür die Unterscheidung zwischen Religion, Ideologie und Weltanschauung gegenüber den Gemeinsamkeiten zurück zu stellen. In diesem Blog nenne ich alle Weltanschauung (die Art in die Welt zu schauen).

und in einen offenen Dialog für und wider die Annahmen der vers

 

Ich glaube nicht an den islamistischen Terror

„Nun ist der islamistische Terror auch in Deutschland angekommen“. Am 18. Dezember 2016 gab es einen Terroranschlag in Berlin, bei dem 11 unschuldige Menschen durch einen Schweren LKW brutal getötet wurden. Der Fahrer des LKW floh unerkannt, obwohl der Platz sehr belebt und sicher durch mehrer Kameras überwacht wurde. Tage später fand man identifizierende Behördenpapiere im LKW, die auf Anis Amri hinweisen. 

Anis Amri taugt sicherlich zum unsympathichen Bösewicht, der am 23.12. von der Italienischen Polizei erschossen wurde und zu dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz nichts mehr sagen kann. Viele weitere Details sind überall zu lesen, aber selbst in den Mailstream-Medien wenig überzeugend. Die Spiegel-Titelgeschichte regt sich seitenlang auf, über unangemessene Politiker-Reaktionen und Behördenpannen, aber über die Tat wird wenig informiert. 

Es ist eine logistische Leistung, einen schweren (unbekannten) LKW so zu steuern, wie er gesteuert wurde, und danach so zu halten, das eine unerkannte Flucht möglich ist. Ich weis nicht, ob Amri das wirklich konto, oder ob er nur Glück hatte. Ich bin mir aber sicher, das Geheimdienste so etwas können.  Und Geheimdienste haben einen sofortigen Vorteil durch den Terror – im Gegensatzu zu einem flüchtigen Kleinkrimminellen. Geheimdienste haben auch viel Erfahrung damit, Leute „aufzubauen“, mit mehreren Identitäten auszustatten, psychologisch zu manipulieren und am Ende zu missbrauchen.  Geheimdienste arbeiten auch im Auftrag und eng zusammen mit den Kräften, die aus Krieg und Terror die meisten Vorteile ziehen.

Für gläubige Muslime ist das sinnlose Ermorden zufällig herumlaufender Passanten in europäischen Städten (Paris, Hamburg, …) sowieso undenkbar. Irgendwelche Warlords in Syrien oder dem Nordirak, die mehr oder minder große oder kleine Gebiete mir ihrer Miliz kontrollieren, haben auch nichts davon, wenn in Europa wahllos Zivilisten umgebracht werden. Entwurzelte, traumatisierte, junge arabische Männer ohne Zukunftsperspektive lassen sich aber leicht für Zwecke manipulieren, die für den Militärisch-Industriellen Komplex sofort und auch langfristig große Vorteile haben.

Ich glaube, das die meisten Menschen in irgend einer Form rational handeln, also Dinge tun, von denen sie glauben, das das ihren Zielen und Idealen entspricht. Welche Ziele und Ideale verfolgt der sogenannte „Islamistische Terror“?  Das auf niedriger Ebene junge perspektivlose Männer für alle möglichen ideologisch verbrämten Taten gewonnen werden können, ist offenkundig. Aber auf höherer Organisationsebene mit kontinuierlichen und professionellen Strukturen muss mehr dahinter stecken. Die philosophische Begründung für den salafistischen Islam ist recht dünn. Die Kontostände der Unterstützer sind es offenkundig nicht. In der Vergangenheit waren bei der finanzierung terroristischer und kriegerischer Aufwiegler die finanziell Mächtigen immer an forderste Stelle dabei. Sie haben auch gute Gründe. Mann stelle sich aus deren Perspektive vor, wie schrecklich, weil wenig lukrativ eine friedliche, soziale und ökologische Welt wäre.