Friday for Future

Redebeitrag von Helfried, am 24.5.2019 in Leipzig vor ca. 200 Demonstranten.

Ökostrom von RWE &Co
ist wie Bio-Kräutertee vom
Drogendealer

Ich war viele Jahr in der Jugendumweltbewegung. Mit 12, 1975 habe ich mit meiner Mutter Brote geschmiert, damit Papa und ältere Brüder „in die Schlacht“ gegen das Atomkraftwerk Brokdorf. Damals konnte eine Übermacht von Demonstranten die Polizisten vertreiben. Mit 17 habe ich oft die Schule geschwänzt und in Gorleben, in der Republik-freies-Wendland haben wir den Bauplatz des geplanten Atommüll- Endlagers besetzt. 1983, im  Friedensherbst, wurde ich im Keller einer Hamburger Rewierwache von 6 Polizeibeamten bis zur Bewusstlosigkeit zusammen geschlagen, weil ich gegen die Springerpresse demonstriert habe. Aber sie haben mich nicht klein gekriegt. Freundschaften und gute Jugendgruppen haben geholfen, der Repression zu widerstehen.

Die Argumente der Mainstream-Politik waren damals die gleichen wie heute;  und sie waren damals schon falsch. Nur die Strategien haben sich geändert. Damals hieß es „Ihr seid Spinner“ und es gab Prügel. Heute lügen sie „Wir verstehen euch“ und dann werden völlig andere Dinge gemacht.

Eine Gefahr ist, das Friday-for-Futur instrumentalisiert wird, um den Verkauf von Elektroautos zu erzwingen und Lagerfeuer zu verbieten. Argumente wie „Klimawandel ist nicht bewiesen“ ist so, wie wenn mir jemand ein Messer in den Bauch rammen und wenn ich schreie, „das bringt mit um“, er antwortet „das ist nicht bewiesen“. Keine Energieform ist teurer und höher
Subventioniert, als Kohle und Atomkraft, wenn die Folgekosten eingepreist werden. Angesichts Klimawandel und Naturzerstörung ist
Widerstand angesagt! Nicht darum bitten, das andere etwas tun, sondern dafür sorgen, das etwas geschieht.

Eine Schülerbewegung kann quer durch die Gesellschaft in Haushalten Einfluss nehmen, wo erwachsene Ökoaktivisten oft nicht hin kommen. Wenn jeder Schüler einen (oder mehrere) Haushalte überzeugt – Weg von Kohle und
Atom, hin zu einem echtem Öko-Strom – dann tut das den Konzernen weh. Das merkt man z.B. daran, RWE die Initiative Ausgestrahlt versucht zu   Verklagen, weil diese die „Ökostrom-Lüge“ der RWE-Tochter innogy auf Flugblättern publik macht. Strom, der über die EEG-Umlage finanziert wird, ist kein Ökostrom des Anbieters (sondern ein Feigenblatt).

Die Verantwortlichen für Klimawandel und rücksichtslose Umweltzerstörung sitzen nicht in der Politik, sondern in den Vorständen und Aufsichtsräten kapitalkräftiger Konzerne. Betreiber von Kohlekraftwerken belasten unsere
Zukunft mit Naturkatastrophen. Betreiber von Atomkraftwerken belasten die Zukunft mit Atommüll. Beide wollen die Kosten dafür nicht übernehmen.

Konzerne wie EON, RWE, ENBW, Vattenfall und ihre Tochtergesellschaften wie Envia und viele Stadtwerke schmücken sich mit Ökostrom, betreiben aber weiter Kohle- und Atomkraftwerke. Das ist so, als würde ein menschenverachtender Drogendealer seine rücksichtslosen Geschäfte mit
dem Verkauf von Bio-Kräutertee wieder gut machen wollen.
Aber niemand braucht mit denen Geschäfte machen!

Echte Ökostrom-Anbieter haben keine wirtschaftlichen Verbindungen zu Kohle- oder Atomkraftwerken. Pioniere, wie z.B. Naturstrom, EWS Schönau, Greenpeace Energy und LichtBlick sind oft sind oft sogar kostengünstiger als die fossilen Konzerne.

Ökostrom von RWE & Co ist wie Bio-Kräutertee vom Drogendealer

Also: Werde aktiv, frag zu Hause und in der Verwandtschaft nach dem Stromanbieter, recherchiere den Strommix und diskutiere. Dann besorge einen ausgefüllten Stromwechsel-Auftrag eines echten Ökostrom-Anbieters zur Unterschrift. Den bekommst du online auf Anruf per Post.

… Vielen Dank!

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