Yoga für …

Nach 2 Monaten Corona-Krise brauche ich eine Möglichkeit des Ausdrucks.  Erfahrungen, Erkenntnisse und Erlebnisse sammeln sich im social-distancing. Es scheint schwierig eine ausgewogene Meinung zu vertreten. Angesichts der krisenhaften Situation bin ich persönlich und viele Mitmenschen gestresst. In Ruhe zuhören, und angemessene Antworten auf handlungsrelevante Fragen zu finden, braucht innere Ruhe und Gelassenheit. Was liegt da näher als Yoga?

Zwischen dem „Krieg gegen das Virus“ und dem „Widerstand gegen dunkle Mächte“ gibt es für aufgeklärte demokratische Kräfte viel zu tun. Ich persönliche praktiziere Yoga u.a., um die Kraft für dieses Tun zu haben.

Mit der Aktion „Yoga für …“ möchten wir einladen, Yoga mit seinen positiven gesundheitlichen und besonders mit seinen Streßbewältigungsmöglichkeiten auf dem Marktplatz zu praktizieren. Die drei Punkte „…“ stehen für dein persönliches Anliegen in dieser Krisenhaften Zeit. Wir können und wollen und nicht auf gemeinsame politische Stellungnahmen einigen. Diese Demonstration bietet die Möglichkeit dein persönliches Anliegen öffentlich zum Ausdruck zu bringen, enthält aber auch die Aufforderung dir Gedanken zu machen, was du positiv „für“ die Lösung anstehender Probleme tun möchtest. Einfach „gegen“ etwas oder jemanden zu demonstrieren passt nicht zu Yoga. Für mich waren die ersten beiden Yoga-Versammlungen ein entlastendes Erlebnis. Ich kann mich zeigen mit meinem Anliegen, ohne in die „rechte“ oder „linke“ Schublade gesteckt zu werden. Allenfalls stecke ich in die Yoga-Schublade, aber die enthält vielleicht gute, dritte, gesellschaftlich und kulturell positive Alternativen, die gerade in dieser polarisierenden Zeit einen wichtigen Beitrag leisten können.

Im weiteren möchte ich diesen Blogg nutzen, um meine Position zu schärfen. Nach weiterer Diskussion, kann es sein, das ich meine Meinung ändere. Ich bin ein Anhänger der Weltanschauung, das das bessere Argument sich durchsetzen soll, auch wenn ich dann lieb gewonnene, identitätsstiftende Positionen los lassen muss.

Nach meinem Verständnis gibt es im wesentlichen zwei Möglichkeiten, auf die Gefahren der Corona-Pandemie zu reagieren:

Entweder: Wir halten still in einer Corona-Diktatur aus, bis irgendeine Firma einen Impfstoff entwickelt, der dann von Staats wegen allen verabreicht wird. „Freiwillig“ für alle, die z.B. ins Theater gehen möchten und ihren „Immunitätsausweis“ vorzeigen können.

Oder: Wir gehen mit dieser Krankheit so um, wie wir mit anderen Krankheiten auch umgehen, von der die Menschheit heimgesucht wird. Wir versuchen die krisenhafte Zuspitzung zu vermeiden (Lockdown bei drohender Überlastung des Gesundheitssystems kann ich vertreten), schützen vulnerable Risikogruppen, und durchschiffen die stürmischen Zeiten unter bestmöglicher Ausnutzung der Ressourcen unseres Gesundheitssystems.

Letzteres halte ich einer demokratischen Gesellschaft für würdig. Die Regierung verhält sich aber so, als würde sie ersteres anstreben.

Kompliziert wird es, die verschiedenen Spieler in diesem Spiel auseinander zu halten. Wer die Maßregeln der Corona-Schutzverordnung für überzogen hält, wird recht schnell mit „bösen Verschwörungstheoretikern“, Rechtsradikalen, AfD-Sympatisanten, usw. in einen Topf geworfen. Und zwar von FAZ- und Bild- Zeitung bis zur Antifa.

Da ist die Stellung der Regierung plötzlich neutral. Die Stellung der sächsischen Regierung sind nachvollziehbar und verhandelbar. Zum Beispiel gab es für unsere Yoga-Demo auf dem Markplatz eine Maskenpflicht, die vor Ort vom Einsatzleiter spontan dahingehend angepasst wurde, das wir einfach etwas mehr Abstand halten sollen. Und auch auf schriftliche Anfrage wurde für unsere Yoga-Demo eine Ausnahmegenehmigung bezüglich Maskenpflicht einfach erteilt. Demokratische Exekutive funktioniert lokal doch auch gut. Immerhin stellt die Covid-19-Erkrankung eine Gefahr dar. Diese kann unterschiedlich bewertet werden. Infolge dessen müssen die Abwehrmittel verhältnismäßig sein.

Für Sachsen erscheinen die Maßregeln der Corona-Schutzverordnung insgesammt überzogen. Überzogen hinsichtlich der Zielsetzung, unser Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen. Von den 50 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner (aus der aktuellen Schutzverordnung) sind wir mit mit 0,3 in Leipzig um den Faktor 150 über das Ziel hinaus geschossen. Gemessen an Bayern und Schweden sind wir nachher nicht die „Guten“, sonndern die „Dummen“, wenn die Herdenimmunität erst nach vielen Jahren erreicht wird, wenn andere sich schon lange wieder frei bewegen können.

Da die Landesregierungen nicht klar sagen, welches Ziel sie verfolgen, müssen wir anhand ihrer Handlungen die Motive vermuten. Solche Vermutungen sind mit Unsicherheiten behaftet. In den politischen Kämpfen der Anti-Atom-Bewegung habe ich mich schon manches mal über unglaubliche Dummheit der Exekutive gewundert. Außerdem ist es schwierig zwischen der Regierung und der (selektiven) Presse mit ganz eigenen Zielen zu unterscheiden. Aber die Fakten legen dennoch den Verdacht nahe, das die Regierung doch Entscheidung-1 (Corona-Diktatur) verfolgen könnte. Ich möchte das nicht annehmen, aber mein Erleben beim Bäcker oder Friseur lässt sich so einfacher erklären.

Ein Beispiel: Die Maskenpflicht für die Yoga-Demo wurde mit Hinweis auf die Gefahreneinschätzung des RKI (Robert-Koch-Institut) begründet. Dieses Institut veröffentlicht nach wie vor in erster Linie die kummulativen Zahlen von positiv auf das Coronavirus getesteten und die kummulativen Zahlen der Gestorbenen mit positiven Corona-Tests. Es wird nach wie vor nichts über die Todesursache (mit- oder durch Corona gestorben) veröffentlicht. Und die Suche nach den entscheidungsrelevaten Zahlen der „Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner“ (entscheident für Maßnahmen nach der Corona-Schutzverordnung) ist dort vergeblich. Das RKI gerät damit in den Verdacht, eine eigene möglicher Weise interessengeleitete Politik mit seinen Zahlen zu betreiben. Problematisch wird es, wenn die (von alternativer Seite umstrittene) Bill-Gates-Stiftung zu den größten Einzelsponsoren des RKI gehört 1).

Der umstrittene Ken Jebsen stellt in einer faktenreichen (und teilweise polemischen) Sendung „And the winner is … Bill Gates!“ die These auf, das Bill Gates viel Geld eine langfristige Geschäftsidee verfolgen könnte, die kurz zusammen gefasst, so aussieht: Die WHO (die überwiegend privat finanziert wird, und wo Bill Gates einer der größten Einzelsponsoren ist) ruft eine Pandemie aus. Darauf hin bestellen Regierungen Impfmittel für Teile oder die gesammte Bevölkerung. Damit lassen sich gute Gewinne machen. Die Bill-Gates-Stiftung verdient über ihre Beteiligung an Pharmakonzernen an dieser Krise. Er fordert einen Corona-Untersuchungsausschuss. Dieser Forderung kann ich mich nur anschließen. Auf das Fakten und Entscheidungen im Detail nachvollziehbar werden. Eine demokratische Gesellschaft sollte in der Lage sein, abscheuliche Geschäftsideen und bösartige Geschäftspraktiken zu entlarven und ihnen entgegen zu wirken. Da tut sich die Bundesregierung aber leider nicht hervor.

„Verschwörungstheorien“ sind meiner Meinung nach (neben viel unsinnigen Spinnkram) eine vereinfachte Zusammenfassung von intransparenten Entscheidungsstrukturen durch Lobbyismus und Sponsoring internationaler Institutionen. Wer würde diese intransparenten Entscheidungsstrukturen (außer den Interessenvertretern selbst) verteidigen? Wer intransparente Entscheidungsstrukturen verteidigt, macht sich verdächtig.

Als Yogi gehe ich davon aus, das viele Teile der Welt beseelt und intelligent sind. Wenn das Corona-Virus von der Natur als sanfter Hinweis auf unser umweltschädliches Wirtschaften „geschickt“ wurde (und nicht einem Labor entsprungen ist), dann können wir sehen, wie plötzlich über Wuhan oder Norditalien der Himmel wieder blau ist. Dann könnte eine pädagogisch angehauchte Natur sagen: „Na also! geht doch!“ Auf jeden Fall hat Corona mehr bewirkt, als alle Fridays-for-Future Demonstrationen. Das nächste mal würde die Natur vieleicht ein wirklich gefährliches Virus schicken, wenn wir die Lektion immer noch nicht kapiert haben.

Die Corona-Krise zeigt auch, das die Bereitschaft sich zurück zu nehmen für eine wichtige gesellschatliche Aufgabe in der Bevölkerung groß ist. Nur das mal wieder die Politik die kleinen Selbständigen verarscht und den großen Konzernen (Beispiel Lufthansa und Abwrackpräme, … ) das Geld in den Arsch schieben will. Eine Regierung, die Yoga verbietet, aber Kohlekraftwerke erlaubt (obwohl am Klimawandel vermutlich mehr Menschen sterben als an Corona) und eine Regierung, die Kindergeburtstage verbietet (obwohl kein Kind an Corona sterben wird), aber Waffenexporte in die Türkei (und damit für den Syrienkrieg) erlaubt, solch eine Regierung sollte etwas an ihrem demokratischen Image arbeiten (bzw. sie hat jegliche moralische Legitimation verloren).

Ich freue mich, dich am Sonntag auf dem Marktplatz beim „Yoga für …“ zu sehen. (ich persönlich kann nicht am 31.5. und 7.6.)

Nachtrag/Eine Bemerkung sei erlaubt. Wenn die Bild-Zeitung jetzt mit den neuen amerikanischen Anteilseignern von der Regierungstreuen Linie abrückt zu einer AfD nahen „Merkel muss weg“, dann wird die alte Atom-Merkel mit ihrer desaströsen Umweltpolitik doch fast schon wieder sympatisch – im Vergleich zu dem was noch kommen kann. Ein „gut vernetzte“ Friedrich Merz ist für uns eine reale Gefahr.

 

Quellen:

1)ZDF „… weist zum Beispiel die Bill und Melinda Gates-Stiftung auf ihrer Webseite eine Zahlung von 253.000 US-Dollar an das RKI … im November 2019 aus.“

 

Corona – Die zweite Welle – Seefahrergeschichte

Im Januar gab es eine Sturmwarnung. Der Kapitän des chinesichen Schiffes hat den meldenden Matrosen diszipliniert und zurück auf seinem Ausguck geschickt, wo er einer Sturmböe zum Opfer gefallen ist.

Das große Schiff hat Schlagseite bekommen, konnte dann aber auf Grund gesetzt werden, um die heftigsten Sturmboen zu überstehen. Ob das große Schiff bei diesem gefährlichen Manöver Leck geschlagen ist, wird sich erst später zeigen. Das Schiff fährt langsam weiter.

Der Kapitän des deutschen Schiffes hat von dem Sturm rechtzeitig gehört und sein Schiff in den Windschatten einer Insel im Nirgendwo gesteuert. Eine Welle ist schon etwas über Deck geschwappt aber jetzt ist es sicher vor dem Sturm. Andere Schiffe funken SOS, aber solange der Sturm wütet kann ihnen keiner zuhilfe kommen. Die SOS-Rufe von kleineren Flüchtlings-Schiffen werden im Sturmbrausen komplett überhört.

Das deutsche Schiff dümpelt nun im Nirgendwo und wagt sich ganz vorsichtig an den Rand des Windschattens. Die Ladung verfault, die Stimmung ist schlecht und die Notreserven sind schon angebrochen. Klar ist, dass der Sturm noch lange wüten wird. Die Mannschaft überprüft die Seetüchtigkeit und diskutiert. Der Kapitän ist froh, dass er das Schiff in Sicherheit gebracht hat und genießt den Ruhm dafür.

Aber die Mannschaft mault. Einige sind ängstlich und sprechen davon, dass es eine zweite Welle geben kann. Die erfahrenen Seeleute schmunzeln und sagen, dass es auf dem Meer noch mehr Wellen geben wird und meinen, das Schiff sei seetüchtig genug. Sie argumentieren, dass wir hart am Wind über die rauhe See fahren können und nur so in einen sicheren Hafen kommen, bevor die Notreserven verbraucht sind.

Ahoi.

Es reicht! Schluss mit der Corona-Diktatur

Ich möchte, trotz meiner anarchistischen Herkunft, der Regierung Merkel Anerkennung zollen, dass Sie Mitte März die Notbremse gezogen hat. Wie notwendig das war, wird man erst im Nachhinein bewerten können, aber die Entwicklung der Infektion und die Gefahr, eines Zusammenbruches des Gesundheitssystems war ernst und erforderte Entscheidungen. Regierungspolitiker sind auch nur Menschen.

Inzwischen (7 Wochen danach) haben wir deutlich mehr Wissen, bessere Behandlungsmethoden, größere Kapazitätsreserven und Fallzahlen, die aufgrund „unserer“ Reaktion deutlich redziert wurden. Arztpraxen melden Kurzarbeit an. Intensivmedizinische Plätze stehen leer, wie seit Jahren nicht.

Soziale Distanz ist Anti-Demokratisch. Wenn wir so etwas über längere Zeit üben, bleibt von Demokratie ein Selbstbedienungsladen für diejenigen übrig, die mediale Macht haben. Es ist schon schwer genug, sich gegen mächtige Interessen Gehör zu verschaffen, aber wenn Treffen verboten sind, ist es unmöglich.

Soziale Distanz ist gesundheitsschädlich. Häusliche Gewalt ist nur die Spitze eines Eisberges. Wenn wir unseren Mitmenschen aus dem Blickwinkel potentieller Infektionsrisiken begegnen, wird Angst geschürt, was nach kurzer Zeit auch auf unser Immunsystem negativ durchschlägt. Beziehungen werden weniger gepflegt und durch Vergleiche der „Opferbereitschaft“ und gesetzlicher Linientreue belastet.

Soziale Distanz schädigt die emotionale Entwicklung. Wir lernen durchgehend und manchmal in die falsche Richtung. Unsere berührungsarme Kultur verursacht viele psychische Störungen. Jahrelange „Aufbauarbeit“ als Tantralehrer für mehr persönlich berührenden, emotional offenen Kontakt wird zurückgeworfen.

Gegen diese Gefahren gilt es die Gefahren der Corona-Infektion abzuwägen.

Da ich persönlich in Regierungen keine automatisch vertrauenswürdige Institution sehe, haben Entscheidungen und Gesetze wie eine Corona-Schutzverordnung für mich empfehlenden Charakter. Es ist anstrengend, die Einhaltung von Gesetzen immer vor mir selbst verantworten zu müssen. Ich muss sie daraufhin beurteilen, wie weit und warum ich ihnen folge. Ich habe die Corona-Schutzverordnung ab Mitte März weitgehend akzeptiert und trage zur Bewältigung der „Krise“ mit (notgedrungen) mehreren Tausend Euro bei. Wenn ein voll bezahltes Regierungsmitglied sagt „wir müssen Opfer bringen“ und meint dabei, das er 5% und ich 50% meiner Ressourcen beitragen soll, so unterhöhlt das die Glaubwürdigkeit der Regierung weiter.

Inzwischen sehe ich die Beschränkungen der Corona-Schutzverordnung als übertrieben an. Jetzt (Anfang Mai) Repressionen wie z.B. das Berufsverbot für Yogalehrer aufrecht zu erhalten, obwohl das erklärte Ziel (Schutz des Gesundheitssystems) längst übererfüllt ist, schwächt das Vertrauen in die Regierung und stärkt die Glaubwürdigkeit der „Verschwörungstheoretiker“ (wie Gegner der Regierung heutzutage gerne genannt werden).

Es war von Anfang an klar, da das Virus weltweiter Verbreitung gefunden hat, dass wir bis zum Erreichen der „Herdenimmunität“ einen Umgang mit dem Virus finden müssen. Für die nächsten 2 Jahre mit Mundschutz und sozialer Distanz herum zu laufen ist nicht angemessen für die Gefahren der Corona-Infektion. Antidemokratische Kräfte können sich freuen. Sie können im Schatten der Krise Waffengeschäfte und andere unappetitliche Süppchen kochen. Demokratische Kräfte sollten unser Gesundheitssystem auslasten und Beschränkungen nur dann auferlegen, wenn es zu Überlastungen kommt. Die Erfahrung Mitte März hat gezeigt, das „wir“ die Ausbreitung des Virus mit wenigen Tagen Verzögerung effektiv steuern können. Die Regierung verschweigt ihre Planung (und belügt uns damit) wenn Sie sagen, dass sie nicht wissen wie es weiter geht.

Das Infektionsrisiko in Sachsen schätze ich aktuell als niedrig ein. Circa eine Person von 2000 ist infektiös. So wie ich die Zahlen des Rober-Koch-Institutes (RKI) verstehe (Stand 24.4., *1) sind 99,94% der Menschen in Sachsen „NICHT GIFTIG“. Die aktuelle Situation rechtfertigt meiner Meinung nach nicht das Verbot von Yogakursen, Kindergeburtstagen, und anderen ungefährlichen oder persönlich wichtigen Events. Wenn viele Infizierte herum laufen oder das Gesundheitssystem an der Grenze ist, akzeptiere ich wieder die weitgehenden Verbote.

Die Corona-Krankheit ist nach meinem Verständnis ungefähr 5 bis 10 mal so gefährlich wie eine Grippe *2. Das ist ernst, aber es rechtfertigt keine Panik und keine häusliche Gewalt oder andere auftretende Folgen einer maßlosen Angstmache durch Medien, die Ihr Geld (strukturbedingt) mit schlechten Nachrichten verdienen.
Aus yogischer Sicht fehlt in unserer Kultur ein anerkennender Umgang mit dem Tod. In der öffentlichen Meinung findet sich dazu wenig Hilfreiches. Die meisten Menschen sind persönlich viel reifer als es die öffentliche Meinung vermittelt.

Viele Grüße
Helfried

*1) Mit dem Begriff „NICHT GIFTIG“ spiele ich auf teilweise übertriebene Panik bei Berührungen an. Die Fallzahlen aus dem RKI für Sachsen sprechen von aktuell (24.4.) kumuliert von 108 bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Kumuliert seit März, d.h. ein Großteil davon ist schon wieder gesund. Die RKI-Zahlen sprechen von ca. 73%. Andererseits gibt es sicher eine Dunkelzimmer der Erkennung. Schlechtestensfalls nehme ich einen Faktor 10 an. Von den Erkrankten sind ein großer Teil im Bett oder Krankenhaus und laufen nur wenig draußen herum. Die Gefahr unbemerkt infiziert zu werden, konzentriert sich (in der Öffentlichkeit! nicht in der Pflege!) auf einige Tage vor Erkennen der Krankheit. Alle Faktoren zusammen komme ich auf ein statistisches Infektionsrisiko von: (108 Infizierte * 0,27 aktuell noch kranke * 10 Dunkelziffer * 20% noch nicht diagnostiziert infiziert herumlaufend) auf 58 Infektionsträger pro 100.000, d.h. 0,06%. Eine andere Rechnung würde mit einer Dunkelziffer von 50% asymptomatisch bzw. symptomfrei Erkrankten zu noch günstigerer Gefahreneinschätzung kommen.

*2) Gefahr: Von den 154.000 Infizierten in Deutschland sind bis jetzt 5640 verstorben. Allerdings versterben die Corona-Kranken nach durchschnittlich 3 Wochen. Bis Anfang April waren 92.000 Infizierte gemeldet, also ließe sich die Mortalität auf ca. 1% berechnen. (diese Rechnung ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich käme auf rund 5%. GL) Offizielle Stellen sprechen von einer Mortalität von ca. 3%. (Laut RKI-Angaben vom 27.3. beträgt sie 0,6 %. GL) In New-York oder Nord-Italien kommen die Statistiken teilweise auf über 10% Mortalität. Hinweise deuten darauf, das Corona in Gegenden mit hoher Luftverschmutzung deutlich gefährlicher ist als anderswo. Es versterben ganz überwiegend Menschen mit verschiedenen schweren Vorerkrankungen, was die Aussagekraft der Statistik mindert, da die Todesursache unklar bleibt. Die Gefährlichkeit dieser Erkrankung sehe ich als einer Grippe ähnlich an, allerdings bis zu 10x gefährlicher. Der Vergleich dient hier auch nur der Orientierung an etwas Bekanntem, da „Unbekanntes“ unnötige Angst schürt.

Scheinheilige Corona-Doppelmoral

Ich habe gerade den Antrag auf Kurzarbeitergeld ausgefüllt, weil Yoga mit Rücksicht auf die Corona-Krise verboten ist. Es ist nicht so einfach, eine ausgewogene Meinung zu finden. Ich halte mich weitgehend an Kontaktbeschränkungen, mit zunehmendem Bauchgrummeln.

Die Regierung, die jetzt Kindergeburtstage wegen Corona verbietet hat noch vor kurzem Waffenexporte an Kriegsbeteiligte in Syrien genehmigt und tut nichts gegen den Klimawandel, obwohl da deutlich mehr Tote zu vermeiden wären. Corona betrifft aber im Gegensatz zu Klimawandel und Kriegsopfern auch die über 60 jährigen Politiker und ihre Lobbyisten-Freundeskreise, und plötzlich geht doch was. Wer Kindergeburtstage verbietet, aber Waffenexporte erlaubt, bekommt vielleicht ein Legitimationsproblem. Nach Corona werden sich die Politiker an ihren eigenen ethischen Werten messen lassen müssen, andernfalls wäre Wut angemessen.

Corona – Experimente zu einer absoluten Diktatur

Seit Wochen gibt es Berufsverbote für Yogalehrer, Künstler und viele kreative kleine Unternehmungen. Der Staat propagiert soziale Isolation und verbietet demokratische Treffen, aber die Klimakiller-Industrie, Waffenhandel und Atomkraft dürfen ungehindert weiter machen. Soziales und Kultur muss sich einschränken, aber die Finanzbranche darf sich über höheren Kreditbedarf freuen.

Begründet wird das alles mit einer grippeähnlichen Erkrankung und dem offiziellen Ziel, unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen. Im Effekt sind zur Zeit (mitte April) 40% der Intensivmedizinischen Plätze leer und Arzt-Praxen müssen Kurzarbeit anmelden, weil keine Patienten mehr kommen. Der Gedanke liegt nahe, das antidemokratische Kräfte die Gelegenheit nutzen, ihr Süppchen zu kochen. Im Windschatten der medial aufgebauschte Krankheit bieten sich einige Gelegenheiten an.

Die geforderte Rücksicht auf „Risikogruppen“ ist verständlich und ich tue meinen Teil dazu bei und halte mich im wesentlichen an die Empfehlungen und Gesetze. Die Frage ist, warum plötzlich so drastische Maßnahmen möglich sind, die  in anderen Bereichen wie z.B. bei Klimaschutz oder Waffenexporten lange auf sich warten lassen. Bei Corona  ist die über 60-Jährige Politikergeneration und ihre Freundeskreise betroffen. Das Sankt-Florians-Prinzip lässt grüßen. Die verlogene Doppelmoral der etablierten Politik zeigt sich.

Vielleicht bietet Corona auch die Chance diese offensichtlichen Mißstände zu verändern. Die Bereitschaft der Menschen zu Solidarität ist da und auch Einschränkungen werden akzeptiert, wenn es für ein sinnvolles Ziel ist. Aber was macht Sinn?

Viele Grüße

 

Friday for Future

Redebeitrag von Helfried, am 24.5.2019 in Leipzig vor ca. 200 Demonstranten.

Ökostrom von RWE &Co
ist wie Bio-Kräutertee vom
Drogendealer

Ich war viele Jahr in der Jugendumweltbewegung. Mit 12, 1975 habe ich mit meiner Mutter Brote geschmiert, damit Papa und ältere Brüder „in die Schlacht“ gegen das Atomkraftwerk Brokdorf. Damals konnte eine Übermacht von Demonstranten die Polizisten vertreiben. Mit 17 habe ich oft die Schule geschwänzt und in Gorleben, in der Republik-freies-Wendland haben wir den Bauplatz des geplanten Atommüll- Endlagers besetzt. 1983, im  Friedensherbst, wurde ich im Keller einer Hamburger Rewierwache von 6 Polizeibeamten bis zur Bewusstlosigkeit zusammen geschlagen, weil ich gegen die Springerpresse demonstriert habe. Aber sie haben mich nicht klein gekriegt. Freundschaften und gute Jugendgruppen haben geholfen, der Repression zu widerstehen.

Die Argumente der Mainstream-Politik waren damals die gleichen wie heute;  und sie waren damals schon falsch. Nur die Strategien haben sich geändert. Damals hieß es „Ihr seid Spinner“ und es gab Prügel. Heute lügen sie „Wir verstehen euch“ und dann werden völlig andere Dinge gemacht.

Eine Gefahr ist, das Friday-for-Futur instrumentalisiert wird, um den Verkauf von Elektroautos zu erzwingen und Lagerfeuer zu verbieten. Argumente wie „Klimawandel ist nicht bewiesen“ ist so, wie wenn mir jemand ein Messer in den Bauch rammen und wenn ich schreie, „das bringt mit um“, er antwortet „das ist nicht bewiesen“. Keine Energieform ist teurer und höher
Subventioniert, als Kohle und Atomkraft, wenn die Folgekosten eingepreist werden. Angesichts Klimawandel und Naturzerstörung ist
Widerstand angesagt! Nicht darum bitten, das andere etwas tun, sondern dafür sorgen, das etwas geschieht.

Eine Schülerbewegung kann quer durch die Gesellschaft in Haushalten Einfluss nehmen, wo erwachsene Ökoaktivisten oft nicht hin kommen. Wenn jeder Schüler einen (oder mehrere) Haushalte überzeugt – Weg von Kohle und
Atom, hin zu einem echtem Öko-Strom – dann tut das den Konzernen weh. Das merkt man z.B. daran, RWE die Initiative Ausgestrahlt versucht zu   Verklagen, weil diese die „Ökostrom-Lüge“ der RWE-Tochter innogy auf Flugblättern publik macht. Strom, der über die EEG-Umlage finanziert wird, ist kein Ökostrom des Anbieters (sondern ein Feigenblatt).

Die Verantwortlichen für Klimawandel und rücksichtslose Umweltzerstörung sitzen nicht in der Politik, sondern in den Vorständen und Aufsichtsräten kapitalkräftiger Konzerne. Betreiber von Kohlekraftwerken belasten unsere
Zukunft mit Naturkatastrophen. Betreiber von Atomkraftwerken belasten die Zukunft mit Atommüll. Beide wollen die Kosten dafür nicht übernehmen.

Konzerne wie EON, RWE, ENBW, Vattenfall und ihre Tochtergesellschaften wie Envia und viele Stadtwerke schmücken sich mit Ökostrom, betreiben aber weiter Kohle- und Atomkraftwerke. Das ist so, als würde ein menschenverachtender Drogendealer seine rücksichtslosen Geschäfte mit
dem Verkauf von Bio-Kräutertee wieder gut machen wollen.
Aber niemand braucht mit denen Geschäfte machen!

Echte Ökostrom-Anbieter haben keine wirtschaftlichen Verbindungen zu Kohle- oder Atomkraftwerken. Pioniere, wie z.B. Naturstrom, EWS Schönau, Greenpeace Energy und LichtBlick sind oft sind oft sogar kostengünstiger als die fossilen Konzerne.

Ökostrom von RWE & Co ist wie Bio-Kräutertee vom Drogendealer

Also: Werde aktiv, frag zu Hause und in der Verwandtschaft nach dem Stromanbieter, recherchiere den Strommix und diskutiere. Dann besorge einen ausgefüllten Stromwechsel-Auftrag eines echten Ökostrom-Anbieters zur Unterschrift. Den bekommst du online auf Anruf per Post.

… Vielen Dank!

Bundestagswahl – Keine etablierte Partei ist wählbar.

Es gibt nichts zu wählen, aber zu tun gibt es viel!
Ständig nur das kleinere Übel aus einer vorgefertigten Liste zu wählen widerspricht dem Gebot von Satya (Wahrhaftigkeit), aber vor allem legitimiert es die Main-Stream-Politiker in falscher Weise weiter so zu machen. Wahlen sind EIN wichtiges Mittel der demokratischen Willensbildung und ich gehe zur Wahl, aber ich gebe meine Stimme keiner Partei. Statt meine Stimme auf dem vorgedruckten Stimmzettel in die Urne zu geheb, lege ich folgenden Brief in den Wahlumschlag:

Da keine der etablierten Partein mich vertreten kann, und durch die 5% Hürde auch keine anderen Stimmen zugelassen werden, wenn sie sich nicht der Logik der massenwirksamen medialen Präsentation unterwerfen, gebe ich meine Stimme nicht in die Urne. Die 5%-Hürde ist ein antidemokratisches Instrument zur Machterhaltung etablierter Institutionen. Da selbst in großen politischen Bewegungen nie mehr als 1 bis 3% der Bevölkerung aktiv waren, verschiebt diese Regel grundsätzlich die Macht Richtung Massenmedien und verzerrt damit die demokratische Willensbildung.

Denn wenn ich meine Stimme in die Urne geben würde, legitimiere ich die Regierung in meinem Namen zu sprechen. Ich verbitte mir ausdrücklich, das Politiker in meinem Namen sprechen!

Die Spielregeln,  das die Minderheit sich der Mehrheit zu unterwerfen hat, sind im Kern vernünftig, aber die Art und Weise, wie Mehrheiten registriert werden und die moralische Frage, wie weit darf die Mehrheit in der Unterwerfung der Minderheit gehen –  diese Fragen bleiben eine Gradwanderung.

Ich akzeptiere, das die Regierung auf der Grundlage der bestehenden Spielregeln das tägliche Geschäft erledigt, wie z.B. neue Verkehrsregeln zu erlassen.

Wenn die Zukunft unserer Kinder verkauft wird, hört für mich die Friedenspflicht auf. Wir haben diese Erde nur von unseren Kindern geliehen.

Nur um zwei Beispiele zu nennen:

In der vergangenen Legislaturperiode wurden die Atom-Konzerne aus der Verantwortung für ihren Atommüll entlassen, nur um klägliche Dividenden auszahlen zu können. Das Totalversagen willfähriger Politiker ist unverzeihlich (und widerspricht nebenbei ganz eindeutig dem Mehrheitsprinzip). Eine Friedenspflicht gegenüber den verantwortlichen Konzernen kann es nicht geben, wenn so eklatant die Zukunft und Gesundheit unserer Kinder missachtet wird.

In der kommenden Legislaturperiode stehen wieder TTIP und andere internationale Handels-Verträge auf der Tagesordnung. Hier haben Regierungs-Politiker potentieller Regierungs-Parteien vor, den „gesetzlichen Richter“ abzuschaffen, zugunsten der Interessen internationaler Konzerne (Auch hier ganz eindeutig gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung).  Welche langfristigen Folgen solche antidemokratischen Machtstrukturen haben ist absehbar.

Mit meinem Stimmverhalten gehöre ich  zu der großen Fraktion von 40% der Wähler bzw. 55% der Bundesbürger **, die ihre Stimme weder der Regierung, noch der Opposition gibt. Ich bitte die gewählten „Volksvertreter“ darum, aus ihrer dünnen Legitimation ein entsprechend zurückhaltendes und umsichtiges Verhalten gegenüber allen Menschen in diesem Land abzuleiten. Meine „ungültige“ Stimmabgabe ist ein klares Statement eines politisch aktiven Bürgers (wie übrigens die Mehrheit der „Nicht-Wähler“ laut wissenschaftlichen Untersuchungen sehr wohl politisch interessiert sind).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr demokratisch denkender  Bürger

Ein ganz interessanter Beitrag über „Meinungs-Management“ findet sich von Rainer Mausfeld auf Youtube. Über den Kontext dieser Veranstaltung kann ich allerdings nichts sagen. Siehe „Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert ?“ https://youtu.be/AU8hjfhAAxg

Vagabundierendes Finanzkapital bändigen? Finanz-Transaktions-Steuer!

Die sogenannte „Finanzkrise“, bei der die Risiken verantwortungsloser Spekulationen auf die Schultern der Bürger und Steuerzahler abgewälzt wurde hat unsere Gesellschaft an den Rand des Ruis gebracht und die Staatsverschuldung viele Länder in die Höhe getrieben. Die strukturellen Probleme wurden aber nicht angegangen.

Der aufgeblähte Finanzhandel, der in den Zahlen das reale Wirtschaften in den Schatten stellt, vertritt scheinbar so unermessliche Macht, das Politiker aller Couleur davor zurück schrecken, diese wirklich gravierenden Probleme zu lösen. Eine Finanz-Transaktions-Steuer auf alle großen Kapital-Flüsse würde das Problem im Kern angehen. Für die Absicherung realwirtschaftlicher Geschäfte spielen Gebühren im Bereich von Prozent-Bruchteilen keine Rolle, aber der spekulative Finanzhandel könnte damit merklich eingedämmt werden. Mal ganz abgesehen davon, das die Verursacher der Krise auch mal zu Kasse für ihren Mist gebeten werden können.

Die einzigen Gründe für demokratische Politiker, die ausuferne Finanzwirtschaft nicht zu bänden, sind Faulheit, Feigheit oder Korruption.

Eigentum verpflichtet (zu nichts?) – Vermögenssteuer wieder einführen

Seit vielen Jahren werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Die „Armen“ in Deutschland haben zwar materiell mehr als vor 30 Jahren, aber relativ sind Vermögen und Einkommen der Reichen ungleich stärker gestiegen, und da die meisten „Armutsdefinitionen“ diese Relation einbeziehen, stimmt der Volksspruch.

Diese Entwicklung ist auf Dauer antidemokratisch. Die Entfremdung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen beeinträchtigt alles, was in einer Demokratie heilig sein sollte.  Der soziale Zusammenhalt einer Gesellschaft ist eine der wichtigsten Qualitäten für eine gewaltfreie Kultur. Gerade in einer Zeit, wo keine allgemein anerkannte Weltanschauung die gesellschaft zusammen hält, ist die mutwillige Umverteilung von unten nach Oben durch die Regierungen der letzten Jahrzehnte ein Antidemokratischer Akt, dessen Folgen sich in den letzten Jahren zeigen.

Die einzige Möglichkeit diese Fehlentwicklung umzudrehen liegt politisch in der Vermögenssteuer als Umverteilungssteuer, um die Fehlentwicklung der letzten 30 Jahre zu kompensieren. Wenn Merkel solche Steuern kategorisch ablehnt (ganz im Sinne ihrer kapitalkräftigen Hintergrundmänner), dann will sie offenkundig die Demokratie weiter aushöhlen.

Bei einem Freibetrag von einer Million Euro würde eine Vermögenssteuer etwa 400.000 Personen betreffen. Bei einen Steuersatz von 1 % würde diese Steuer geschätzte Einnahmen in Höhe von 16 bis 20 Milliarden Euro jährlich erbringen. Damit würden die reichen Bürger im Laufer ihres Lebens reich bleiben und die restlichen 80 Mio Bürger hätten mehr demokratischen Gestaltungsspielraum. Sehr wichtig ist auch die Besteuerung der Vermögen von großen Körperschaften, die immer mehr Macht konzentrieren, ohne demokratische Kontrolle.

Ganz im Sinne des Verfassungsgerichtsurteiles von 1997 ist es auch nicht gerecht, das Grundvermögen weiter zu besteuern, aber Kapitalvermögen frei vagabundieren zu lassen, obwohl gerade die Kapitalvermögen unsere Gesellschaft in den letzten Jahren an den Rand des Ruins gebracht haben. Aber da braucht es noch andere Mittel gegen die „Heuschrecken“.