Ein Beispiel an Kenia nehmen …

Normale Yogastunden sind nach wie vor wegen Corona verboten. Das finde ich unsinnig. In meinem persönlichen Erleben der Corona-Krankheit leiden mehr Menschen unter Quarantäne und Stigma als unter der Krankheit. Das persönliche Erleben ist eine gute Basis für die Meinungsbildung, sollte aber nicht ohne weiteres verallgemeinert werden.
Statistisch wurden in Deutschland seit zwischen und Dezember 2021 ca. 38.000 Sterbefälle im Zusammenhang mit Corona gemeldet. Im rahmen der „4. Welle“ (Sept bis Dez) sind es 19.000. Wenn man die Cormorbidität raus rechnet dürften ca. die Hälfte ursächlich auch Corona zurück zu führen sein. Das sind viele Tote, von denen durch schärfere Corona-Schutzmaßnahmen evtl. einige hätten vermieden werden können.
Ich bin dennoch dafür, alle Corona-Sonderregeln abzuschaffen und die nächsten Corona-Wellen einfach durchrauschen zu lassen. Gentherapeutische mRNA-Medizin verspricht milde Krankheitsverläufe für alle die das wollen. Omikron ist auch von sich aus nicht so aggressiv. Wenn allerdings Omikron hier anrollt, haben wir vermutlich mehr Probleme mit Arbeitsausfällen durch überzogene Angst und Quarantäne, als durch die Krankheit. Dagegen hilft ein Beispiel aus Kenia (siehe Spiegel.de).
Omikron-Variante in Kenia: Alle hatten plötzlich »die Grippe«
Wenn die Politik etwas zum Schutz von Menschenleben tun möchte, dann könnte sie z.B. bei jährlich 75.000 Toten durch Alkohol und Zigaretten mit weniger repressivem Aufwand viel mehr erreichen. Für Alkohol und Zigaretten ist öffentliche Werbung erlaubt. Dafür müssten sich Politiker aber mit mächtigen Konzernen anlegen. Regieren gegen das einfache Volk geht leichter, aber dafür muss ich kein Verständnis aufbringen.

Sandburgen gegegn Corona

Als Kind und später als Papa habe ich gerne am Strand Sandburgen gebaut. Bevorzugt nahe am Wasser. Richtig aufregend wurde es immer bei einsetzender Flut, vor allem im Zusammenspiel wenn manche „ihrer Verantwortung“ nicht gerecht wurden; wenn das steigende Wasser sich seinen Raum genommen hat. Mit schnellem entschiedenen Handeln und viel Kraftwaufwand konnte man die Burg noch ein weile erhalten.

In Anbetracht der Tatsache, das die Corona-Impfung nicht hält was versprochen wurde, und seit Menschheitsgedenken die Brandung von Viren-Wellen  den Küstenverlauf prägen, sollten wir uns manchmal mit dem Gedanken des Loslassen beschäftigen – so wie damals am Strand.

Bei einer Impfung mit 60% Wirkungsgrad angesichts einer hoch infektiösen und mittelmäßig gefährlichen Krankheit ist nicht viel „Land zu gewinnen“. Individuell kann mit der Mrna-Therapie mit hoher Wahrscheinlichkeit der Krankheitsverlauf gemildert werden. Aber die meisten Menschen werden diese Krankheit durchmachen müssen. Die Mehrheit hat von vorn herein genügend Imunabwehr, so das die Krankheit keinen großen Schaden anrichtet. Viele werden eine schwere Krankheit erleben, einige werden sterben.

Vielleicht wäre Zeit zum Umdenken. Wie können wir die Kranken gut versorgen?  Aktuell wird mit Angstmache und drastischen Quarantänebestimmungen der Krankheitsverlauf bei vielen Verschlimmert. Stigmatisierung schadet allen.

Fehlgeleitete Schuldzuweisungen lenken ab. Dass während der Pandemie Krankenhauskapazitäten abgebaut wurden ist ein Unding. Mit den dafür Veranwortlichen sollte ins Gericht gegangen werden.

Statt dessen werden gesellschaftliche Ressourcen verschwendet mit der Teilung in Geimpfte und Ungeimpfte,  obwohl beide Infektionen weiter tragen.

Als Kind konnte (musste) man die Sandburg irgendwann aufgeben und konnte sich zu Hause bei einem heißen Kakau aufwärmen. In ein paar Jahren werden wir mit dem Virus leben können und Mediziner, Geschichtswissenschaftler, Psychologen und andere Wissenschaftler werden viele Fragen klären, die helfen können mit spätere „Flutwellen“ gut umzugehen.

Vielleicht werden zukünftig bessere Impfstoffe entwickelt, reift die mrna-Technologie heran und werden gefährliche „Kinderkrankheiten“ dieser Technik überwunden.  Zu hoffen bleibt, dass die gefährliche Verzerrung einer demokratischen Meinungsbildung durch die Macht des Geldes gebändigt werden kann. Die aktuelle Entwicklung gibt dieser Hoffnung allerdings wenig Auftrieb. Lobbyismus und Sponsoring durch private Stiftungen werden in Zeiten von social-distancing und geleerten Staatskassen eher  gefördert. Hurra, der Kapitalismus ist gerettet- danke Corona.

 

Befindlichkeit

Ich brauhe mal wieder ein Ventil. Die Verhältnisse unter Corona-Schutzmaßnahmen sind kaum auszuhalten, und wenn sie dann auch noch widersinnig und ideologisch motiviert sind, dann kommt mir die Galle hoch.

Ich wollte in eine Bibliothek. Auf der Webseite steht 3G+. Ich dachte, das durch das „Plus“ die Infektionsgefahr wirksam gemindert werden sollte, aber weit gefehlt. Da jeder dritte bis achte Infektionsträger geimpft ist, dachte ich, das Plus bedeute, das sich alle Testen müssen. Aber nein, es bedeutet nur das die Ungeimpften einen teuren PCR-Test machen müssen, der dann 48h lang gilt, somit also genauso ungenau ist, wie ein tagesaktueller Antigentest*. Es ist eine ideologisch motivierte Schikane. Weil Politiker den Geimpften versprochen haben, das sie Freiheiten zurück bekommen, dürfen diese trotz Infektionsgefahren durchgehend ungetestet alles machen. Um von diesem Schwachsinn abzulenken, wird um so härter auf die Ungeimpften eingedroschen. Diese als „Sündenböcke“ vom öffentlichen Leben auszuschließen, löst aber nicht das Problem grassierender Infektionen.

Ein wichter Teil des Problems ist die Tatsache, das die Impfstoffe nicht das halten, was von ihnen erhofft wurde. Alles deutet darauf hin, das die große Mehrheit diese Krankheit durchmachen muss, und „wir“ die Krankheitswellen nur mehr oder minder kontrolliert durchrauschen lassen können! Grandioses Versagen der Politik liegt darin, das in Deutschland Versorgungskapazitäten in der Pandemie abgebaut wurden, wärend in China wurden neue Krankenhäuser aufgebaut wurden.

Wir müssen uns mit dem Tod beschäftigen. Das Tabu weiter zu verdrängen hilft nicht weiter. Menschen sterben ab und zu an Infektionskranhkeiten! Das können wir nicht generell verhindern. Manche Impfungen sind hoch wirksam und halten Lebenslang. Damit lassen sich manche Infektionskrankheiten ausrotten. Aber bei Covid ist es nicht so. Die aktuell verfügbaren „Impfstoffe“ wirken nur ein paar Monate mit mäßigem Wirksungsgrad. Da hilf auch keine Zwangsimpfung weiter. Die Krankheit ist zu harmlos und zu weit verbreitet. Es ist menschlich, für den Tod „Sündenböcke“ zu suchen. Aber ich finde es unmenschlich, wenn gebildete Politiker aus Gründen des Machtkalkühls ungeimpfte vom gesellschaftlichen Leben ausschließen, wärend die „braven“ Geimpften die Krankheit ungeschützt weiter verbreiten können.

Ich verstehe, wenn ein Wirt eine Tanzveranstaltung aus praktischen Gründen der erlaubten Belegungsdichte als 2G anbietet. Aber wenn ich als gesunder Mensch und zusätzlich täglich frisch gestestet, nicht in die öffentliche Bibliothek darf, dann ist das eine Erfahrung der Ausgrenzung. Diese Erfahrung wirkt tief. Es mag sein, das die Mehrheit der Bürger  bei solchen Erfahrungen „einknickt“ und den Mutverliert oder sich dem Druck anpasst. Aber die Politik produziert mit solchen (nicht evidenzbasierten) Entscheidungen auch einen erheblichen Satz von Bürgern bei denen sich zunehmende Wut anstaut und die sich von einem angeblich „demokratischen miteinander“ entfremden.

*) Der PCR-Test schlägt früher an, d.h. bei einer niedrigeren Virenlast, als ein Antigentest. Aber bei Infizierten entwickelt sich die Virenlast ja dynamisch. Wenn beispielsweise jemand am Donnerstag symptomatisch krank wird und Mittwoch früh in die Bibliothek will/wollte, dann ist der PCR-Test vom Montag Nachmittag vermutlich noch negativ und der Antigentest/Selbsttest am Mittwoch früh möglicher weise schon positiv. Wir müssen lernen mit unschärfen umzugehen. Bei Corona ist fast nichts ganz „klar“ und vieles hilf „ein bisschen“.

Corona-Impf-Wette

Ich habe gegenüber einer Bekannten eine Corona-Impf-Wette am laufen. Sie behauptete, das statistisch das Impfrisiko 900 mal größer ist als die Krankheit. Wenn ich ihr diese Aussage widerlegen kann, will sie von dem Gedanken abstand nehmen,  dass „die“ mit der Impfung ein „Bevölkerungsreduktionsprogramm“ durchführen wollen (eine klassisch rechte These).

Der erste Teil war einfach. Sie hatte 900% mit 900-fach verwechselt. Schon gewonnen? Unbefriedigend. Dann habe ich ihre Quelle im Detail auseinander genommen. Der Autor David Avocado Wolfe hat auf Telegram ein englisches Video gepostet und darin verschiedene Behauptungen und Zahlen genannt. Eine reißerische Aufmachung und manipulatives Runden zu seinen Gunsten disqualifizieren den Autor als  höchst unseriös. Allein mit seinen Zahlen richtig gerechnet sind es nur noch 646%. Also echtes geschwurbel.

Aber, um die staatlichen Zwangsmaßnahmen, öffentliche Angstmache, Ausgrenzung von Ungeimpften  usw. zu rechtfertigen, sollte das Impfrisiko deutlich geringer sein, als die Krankheitsrisiken. Der Beweis fällt für jüngere Altersgruppen aber schwer.

Wie wirksam ist die Impfung?

Herr Wolfe weist richtiger Weise darauf hin, statt der relativen Wirksamkeit der Impfungen die Absolute Gefahrenredution zur Beurteilung heran zu ziehen. Das ist sinnvoll. Gut erklärt in https://www.heise.de/tp/features/Wie-wirksam-sind-die-Covid-19-Impfstoffe-6055635.html

Aus der ARR (absolut risico reduction) ergibt sich die NNT (number
neadet to treat, bzw. NNV number neadet to vaccine, also die Anzahl der
Impfungen, um eine Corona-Infektion zu vermeiden). Wolfe gibt diese mit 117
an. Das gilt für den Impfstoff Biontech-Pfizer, aber für Moderna gilt
76. (siehe Heise-Artikel). In Deutschland wird mit beiden Mitteln geimpft. Ich würde für die folgende Berechnung einen Durchschnittswert von NNV ~ 100 nehmen. (Ich bin mir nicht sicher, ob damit vollständige Impfungen, oder Impfdosen gemeint sind. Ich gehe von vollständigen Impfungen aus)

Wolfe behauptet, die Letalität von Covid ist 0,14. Diese Zahl kann für die amerikanische Statistik und deren Gesundheitssystem stimmen, liegt aber am unteren Rand der Zahlen. Die Zahlen schwanken zwischen 0,05% (für Menschen unter 70 Jahren), 0,4% allgemein Deutschland (Ärzteblatt) und höheren Werten.

Statistisch müssten bei einer Infektionssterblichkeit von 0,4 (Deutschland allgemein) also 250 Infektionen verhindert werden, um 1 Toten zu vermeiden.

Um 250 Infektionen zu vermeiden müssten also 25.000 vollständige
Impfungen verabreicht werden. In der aktuellen Diskussion über die „Booster-Impfungen“ sollten wir von 3 Impf-Dosen ausgehen, also müssen also 75.000 Impfdosen gesprizt werden.

Wie gefährlich ist die Impfung?

Wolfe behauptet, dass 10.355 Todesfälle in den ersten 6 Monaten nach der Impfung (im Zusammenhang mit der Impfung) registriert wurden und schlussfolgert daraus, dass 1 von 13.000 Impf-Dosen tötliche Impfkomplikationen nach sich zieht. Diese Zahl ist vermutlich drastisch übertrieben, da bei den Todesfällen in den ersten 6 Monaten nach der Impfung sicher viele alte Leute auch so gestorben wären.

Auf die deutschen Verhältnisse bezogen wurden nach 92 Mio. Impfdosen 1254 Verdachtsfälle mit tötlichem Ausgang an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet. Davon wurden 48 Tote im direkten Zusammenhang mit der Impfung vom PEI vermutet. Vermutlich wurden viele nach der Impfung verstorbene nicht als Verdachtsfälle an das PEI gemeldet. Da das PEI die Impfrisiken verharmlosen möchte, würde ich mal einen „Fehler-Faktor“ von 5 annehmen, also 240 Impftote, oder 1 von 380.000 Impfdosen. Diese Abschätzung ist kritisch.

Wie gefährlich ist die Corona-Krankheit?

Die RKI-Statistik schreibt auf ihrer Webseite immer noch, das über 3% der infizierten gestorben seien. Solche Zahlen des RKI sind manipulativ, da sie die Corona-Risiken übertreiben. Man muss die Comorbidität raus rechnen. Die Infektionssterblichkeit für Corona in Deutschland wird laut Ärzteblatt mit 0,4% angegeben. Die Infektionssterblichkeit für unter
70-Jährige wird bei n-tv mit 0,05 % angegeben. Andere Zahlen für junge Leute habe ich nicht gefunden.

Mit diesen allgemeinen Zahlen (NNV ~100, Infektionssterblichkeit , tötliche Impfkomplikationen) kann in folgender Tabelle das Verhältnis von Impf-Toten zu Corona-Toten statistisch zusammen gefasst werden:

Bemerkung Infektions-sterblichkeit
(Letalität)
tötliche Impfkomplikationen  1 : zu Impf-Dosen Verhältnis Impftote : Corona-Toten
Impfgegner 0,4 % 13.000 2 : 1
RKI / PEI 3% 1,9 Mio 1: 285
D – Realistisch 0,4 % 380.000 1 : 7
D – Junge Leute 0,05 % 380.000 1 : 1

Für junge Leute sind die Krankheitsrisiken vergleichbar mit den Impfrisiken, so dass sich staatliche Zwangsmaßnamen kaum rechtfertigen lassen. Für junge Leute ist sicher auch das Impfrisiko geringer als für ältere (dazu habe ich aber keine Zahlen gefunden), aber mit jeder weiteren Impfdosis steigen die Impfrisiken. Mit jeder weiteren Zwangsmaßnahme und „sozial distancing“ steigen die Lebens-Risiken für junge Leute. Schluss mit staatlicher Angstmache, Zwang und Gewalt.

Die Wette habe ich zwar gewonnen. Allerdings knapper, als
zunächst gedacht. Die Beschäftigung mit der NNT/NNV ist ein wichtiger Ansatz für die Diskussion.

Schluss mit allen Corona-Zwangsmaßnahmen!

Ich höre, dass Kinder wegen „Schnupfen“ auf der Intensivstation liegen. Nach Eineinhalb Jahren „Pandemibekämpfung“ ist unser Immunsystem gänzlich aus der Übung. Seit die Covid-Erkrankung auf die Gefährlichkeit einer Grippe geschrumpft ist, nachdem die Risikogruppen durchgeimpft sind, geht die politische Entwicklung in eine gänzlich falsche Richtung weiter. „Normales“ Yoga, in einer normalen Belegungsdichte unter der Annahme normal gesunder Menschen wäre nach wie vor verboten, von einer Regierung, die Waffenexporte für den Syrienkrieg erlaubt, also sich ihrer Legitimität selbst beraubt.
Schluss mit allen Corona-Zwangsmaßnahmen! Die Pandemi-Angstmache muss beendet werden!

bad news – schlechte Nachrichten

Früher hieß es, daß bei Hofe die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft werden. Fakt ist: jede Tonne CO2 die wir heute Verbrauchen, wird zukünftige Generationen viel Geld und Lebensqualität kosten. Wir müssen uns fragen, ob wir jetzt handeln oder den Kredit bei unseren Kindern aufnehmen wollen.  Wenn die CDU-SPD-FDP-Politiker sagen: „Es ist kein Problem, diesen Kredit bei unseren Kindern aufzunehmen“, sind sie dann glaubwürdig?
„bad news“ sind für die Presse guter Umsatz. Das gilt nicht für Politiker. Die großen Parteien überbieten sich in Zuversicht. Sie würden mit ihrer Klima- und der Umweltpolitik ein positives Ziel verfolgen. So als würden die „Klimaziele“ dafür stehen, 1,5° besseres Wetter zu machen. Sie müssen das scheinbar so verkaufen. Das liegt in der Struktur, wo Parteien gewählt werden möchten. Wenn sie bei Tatsachen bleiben, würden sie nicht gewählt. Auch früher waren es eher die „schlechten“ Könige, die die Nachricht nicht von ihrem Überbringer unterscheiden konnten. 1,5° ist kein Ziel, sondern ein Armutszeugnis.
Wer soll den Job machen, die objektiven Tatsachen bekannt zu geben? Da ich keine persönlichen Interessen verfolge und nicht gewählt werde, kann ich es noch mal sagen. Umweltverbrauch wird nicht in Zukunft teurer werden, sondern ist es jetzt schon! Jede Tonne C02, die wir verbrauchen kostet jetzt schon 250€, auf Pump. Jede KWh Atomstrom kostet 1€ an zukünftigen Entsorgungskosten und ist damit teurer als Ökostrom mit herkömmlichem Batteriepuffer. Mir persönlich ist wichtig, das meine Kinder und Enkel nicht unter meiner Verschuldung zu leiden haben.
Zukünftige Generationen werden imense Kosten für unseren Umweltverbrauch aufbringen müssen, zusätzlich zum Verlust an Lebensqualität. Derweil versprechen CDU-SPD-FDP-Grüne den Konzernen Entschädigungen für entgangene Gewinne. Geht’s noch?
Die Einschätzung von Klimafolgekosten ist zugegeben schwierig. Was kostet es, eine Küstenstadt wie Amsterdam zu räumen oder einen großen Teil unserer landwirtschaftlichen Nutzflächen an den Küsten der Welt? Wie viel kostet ein ertrunkenes Kind wegen Starkwetterereignissen? Wie viel kostet 10.000 Jahre Atommüll? Wenn ich hier die Zahl von 250 €/t CO2 aufrufe lässt sie sich gut begründen und kritisieren.
Natürlich besteht die Gefahr, das Politiker heute CO2-Umlagen dazu nutzen können, umweltschädlichen Konzernen ihren „entgangenen Gewinn“ in den Hintern zu schieben. Da kommen Wahlentscheidungen ins Spiel. Eine vernünftige Politik würde in Umweltschutz investieren und soziale Härtefälle abfedern. Viele Lösungen sind bekannt und Machtverhältnisse können durch Wahlen ein wenig beeinflusst werden.
So weit erst mal. Wenn die Tatsachen anerkannt sind, fallen Entscheidungen leichter, z.B. bei der Bundestagswahl morgen.

 

Marktwirtschaft vom Kapitalismus befreien

Ich finde Marktwirtschaft natürlich. Menschen handeln und machen Unternehmungen. Damit befriedigen wir unsere Bedürfnisse. Zu Zeiten von Karl Marx waren Unternehmer und Kapitalisten weitgehend identisch, aber heute werden die meißten UnternehmerInnen und Unternehmen von Kapitalinteressen geleitet. Die Kapitalinteressen orientieren sich nicht an Menschen und Bedürfnissen, sondern am Profit. Dabei werden Natur, gute Ideen und tüchtige Menschen missbraucht.

Marktwirtschaft kann natürlich nur die Lebensbereiche betreffen, in denen Angebot und Nachfrage variabel sind. Das gilt u.a. nicht für Gesundheit, Geld und Boden. Wo der Markt nicht funktioniert, kann und muss eine Gesellschaft regulieren.

Der Finanzkapitalismus, breitet sich seit Jahrzehnten immer weiter aus. Man kann auch von einer Re-Feudalisierung sprechen. Die Finanzmärkte bringen die ehemals freien Unternehmen immer mehr in ihre Abhängigkeit. Demokratische Kräfte müssen gegen steuern. Die Vermögensscheere geht immer weiter auf. Die großen Vermögen sind immer weniger menschlich gesteuert, also immer unmenschlicher. Ein Beispiel sind die algorithmengesteuerten Finanzkonzerne.

Notwendige und mögliche Schritte einer demokratischen Gesellschaft, um dagegen zu Steuern  sind z.B. Vermögenssteuer und Finanztransaktionssteuer. Aber auch eine Kultur, die menschliche Werte mehr in den Fordergrund stellt, als Profit und Wachstum.

Bundestagswahl 2021 – Strategisch oder ehrlich?

Mich bewegen Gedanken, strategisch zu wählen, oder ehrlich. Was ist wichtiger, mein persönliches „recht haben“, oder meinen (minimalen) Einfluss in der Gesellschaft mit einzubringen?

Die CDU ist nach vielen Jahren Regierungszeit so verfilzt, das sie schon aus Gründen der psychohygiene einer Demokratie in die Opposition gehört. Aber was dann kommt ist nicht unbedingt besser. Eine Kanzlerin ist tendenziell besser als ein Mann. Die Linken vertreten bezüglich Klimawandel und sozialer Gerechtigkeit am ehesten rational nachvollziehbare Positionen. Die SPD will nicht mit den Linken. Die Grünen distanzieren sich nicht ausreichend von der FDP. Die Linken machen mindestens gute Oppositionsarbeit, aber eine Stimme für die Linken würde nicht unbedingt zu einem Regierungswechsel führen. Eine Stimme für die Grünen würde man aber vermutlich bereuen, wenn der nächste Kriegseinsatz beschlossen wird, oder sich Annalena Baerbock nicht von ihren neoliberalen Freunden aus dem Weltwirtschaftsforum distanzieren kann.

Ich kann mich noch nicht entscheiden.

In meinem Wertesystem gehen aktuell die größten Gefahren für Umwelt und Demokratie von Vertretern neoliberaler Ideologie aus, die praktisch eine Herrschaft des Kapitals über alles andere stellt. Lass uns die Marktwirtschaft vom Kapitalismus befreien und unsere Umwelt schützen! Menschlichkeit und Lebensfreude sollten unser tun leiten. Dafür braucht es mehr Demokratie.

Ehrlicher weise könnte ich nur eine der kleinen Parteien wählen, die durch die 5%-Hürde von der demokratischen Willensbildung ausgeschlossen werden. Meiner Meinung nach sollten die Parlamentssitze der Stimmen, die eigentlich auf die „kleinen“ Parteien entfallen, leer bleiben. Das spart Kosten und mahnt die „Großen“ vielleicht auch zu Demut.

Aber um „Demut“ und Anständigkeit geht es im Getöse der großen Politik nicht. Wenn wir das ganze als Spiel sehen, dann geht es nur um Schachzüge. Als mitfühlender Mensch, sollte ich meine Rollenerwartungen erfüllen und die herrschenden Machtverhältnisse anerkennen. Dann bleibt nur noch die Frage, ob ich etwas grün in der Regierung oder eine gute Oppositionsarbeit wichtiger finde.

Wahlen sind nur ein Teil. Unsere Verfassung sagt in Art 20 (2) „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird … in Wahlen und Abstimmungn … ausgeübt.“   Diese demokratische Mitbestimmung wird uns vom Parlamentarismus verweigert.

Und wirkliche Demokratie (also mehr als Lobbyisten und Parlament) braucht Dialog auf Augenhöhe. Im aktuellen Wahlkampf findet man fast keine Politiker auf der Straße. Sie mauern. Dann müssen wir eben die Parteibüros und Machtzentren besuchen.

Wer schützt uns vor den Finanzkonzernen

Buchtip:  “Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen” von Jens Berger (2018), beschreibt detailliert und gut recherchiert die Machtfülle der Finanzelite und wie ihre gut geschmierten Netzwerke es geschafft haben, die Finanzwirtschaft der demokratischen Kontrolle weitgehend zu entziehen. Und das, obwohl dieser Wirtschaftsbereich die Welt schon mehrfach nahe an den Abgrund geführt hat. Hier gibt es keine Verschwörungsmythen, sondern reale Geschichte.
Dieses Buch ist schwierig für mich, da es meine Ohnmacht gegenüber den großen Ungerechtigkeiten vor Augen führt, und ich andererseits die Augen auch nicht vor der Realität verschließen mag. In meinem Umfeld habe ich viel mit ganz lieben Menschen zu tun. Gleichzeitig fühle ich in mir aber auch den Anteil eines friedlichen Kriegers, der angesichts gefährlicher gesellschaftlicher Entwicklungen wach gerufen wird, und die inneren Konflikte wie Arjuna (siehe oben) lösen muss.